3. März 2015 - Prüfung des BayLDA

Smart-TV sind Datensammler

Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht hat in einer technischen Prüfaktion Smart-TV-Geräte von 13 Herstellern daraufhin untersucht, welche Daten bei der Nutzung der Geräte fließen.

Datenschutzprüfung bei Smart-TV Die getesteten Smart-TV-Geräte (Bild: BayLDA)

Mit den 13 Geräten erfasste das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) im Rahmen der technischen Prüfung SmartTV Smart-TV-Geräte in Deutschland, die rund 90 Prozent der Marktanteile auf sich vereinen.

Deutliche Mängel beim Datenschutz

Dabei wurde festgestellt, dass der Datenschutz über alle Hersteller hinweg deutlich vernachlässigt wird:

  • So ließen sich die Internet-Funktionen der einzelnen Modelle unisono nicht nutzen, ohne einen Datenfluss zum Hersteller auszulösen.
  • Bei sieben Geräten fehlten die Datenschutzbestimmungen des Herstellers, Nutzer werden also über die übermittelten Daten nicht informiert.
  • Nur eines der Geräte verzichtet bei der ersten Inbetriebnahme darauf, etwa zur Registrierung oder zum automatisierten Laden von Daten sofort Kontakt mit dem Hersteller aufzunehmen und Informationen zu übermitteln.
  • Werden Apps geladen, verzichten sieben Anbieter auf eine Absicherung durch Verschlüsselung, fünf übertragen den Namen der gestarteten App zum Hersteller des Geräts. Bei vier Smart-TVs wurden sogar Datenflüsse verzeichnet, wenn sich das Gerät im „normalen“ Fernsehbetrieb befindet.

„Man sagt: Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts. Dies wird bestätigt, wenn man sich die Marktmacht und Kapitalstärke von Firmen anschaut, deren Hauptgeschäftszweck es ist, mit personenbezogenen Daten Geld zu verdienen“, so Thomas Kranig, Präsident des BayLDA. Man habe mit der Überprüfung festzustellen versucht, ob sich die Akteure, die an Smart-TV beteiligt seien, an das geltende Recht halten. Denn, so Kranig weiter, „es darf nicht sein, dass die Unternehmen, die unrechtmäßig erhobene personenbezogene Daten zu Geld machen, dadurch die Produktion ihrer Fernsehgeräte subventionieren und billiger auf den Markt bringen können.“

fgo

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