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9. Februar 2017 - Unerlaubte Datenerhebung

Smart-TV: Datenschutz-Verstoß kostet Millionen

Die Federal Trade Commission hat Vizio, Hersteller Internet-tauglicher TV-Geräte, vor einem US-Gericht verklagt. Das Unternehmen soll unerlaubt die Sehgewohnheiten seiner Kunden erfasst und mit weiteren persönlichen Informationen kombiniert haben.

Die FTC hat eine hohe Strafe gegen Smart-TV-Hersteller verhängt Mit der Erfassung der Sehgewohnheiten der Kunden will Vizio Werbe-Einnahmen generieren (Bild: jordachelr / iStock / Thinkstock)

Der Smart-TV-Hersteller Vizio hat zugestimmt, 2,2 Millionen US-Dollar an die für Wettbewerbs- und Verbraucherschutz zuständige unabhängige US-Bundesbehörde Federal Trade Commission (FTC) zu zahlen.

Die Summe setzt sich zusammen aus einer Zahlung von 1,5 Millionen US-Dollar an die FTC sowie 1 Million US-Dollar an die New Jersey Division of Consumer Affairs, wobei 300.000 US-Dollar ausgesetzt wurden.

Daten von elf Millionen Nutzern erfasst

Die FTC hatte Vizio vorgeworfen, seit 2014 die Sehgewohnheiten von rund elf Millionen Nutzern seiner TV-Geräte erfasst zu haben, ohne zuvor die Einwilligung der Betroffenen einzuholen.

Dabei seien ältere Geräte, die für dieses Tracking noch nicht ausgelegt waren, remote mit neuer Software versorgt worden, um auch über diese Geräte Nutzungsdaten zu erfassen.

Verkauf der Daten an Dritte für Werbung

Die so gewonnenen Daten soll Vizio um demografische Informationen ergänzt haben. Sie umfassten laut FTC unter anderem Informationen zu den Käufern einschließlich:

  • Alter
  • Einkommen
  • Geschlecht
  • Familienstand
  • Haushaltsgröße
  • Bildungsniveau
  • Wohneigentum
  • Haushaltswert

Die so ermittelten Datensätze soll Vizio anschließend gegen Bezahlung an Dritte für den Einsatz personalisierter Werbung veräußert haben.

Vizio bestreitet weiterhin Vorwürfe

Der Smart-TV-Hersteller bestreitet diesen Vorwurf auch nach der Zustimmung, die 2,2 Millionen US-Dollar zu zahlen. Man habe Daten zu den Sehgewohnheiten niemals mit Daten kombiniert, die einzelne Personen identifizierbar machen.

Anbieter holt nun Einwilligung der Nutzer ein

Es sei jedoch wichtig, dass die FTC nun deutlich gemacht habe, dass vor der Erhebung von Nutzerdaten durch Smart-TV-Geräte zunächst die Einwilligung der jeweiligen Kunden eingeholt werden müsse.

Man weise Nutzern nun durch eine Einblendung auf die Datenerfassung hin, wobei die Option zur Verfügung stehe, diese zu deaktivieren (Opt-out).

fgo

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