15. Oktober 2015 - Aktuelle Studie

Sicherheitsmonitor Mittelstand: Jeder zehnte Betrieb begeht digitales Harakiri

Auch in mittelständischen Firmen ist ein breites Spektrum digitaler Technologien zur Selbstverständlichkeit geworden. Nicht so selbstverständlich sind allerdings Maßnahmen zum Schutz der IT-Ressourcen, so das Ergebnis des Sicherheitsmonitors Mittelstand.

Neue Studie: Sicherheitsmonitor Mittelstand Viele Mittelständler nutzen die IT intensiv, verzichten aber auf Schutzmaßnahmen (Bild: Matej Moderc / iStock/ Thinkstock)

Der vom Verein Deutschland sicher im Netz (DsiN) und der DATEV eG herausgegebene Sicherheitsmonitor Mittelstand 2015 zeigt, dass die Digitalisierung mittelständischer Unternehmen weiter zunimmt und dabei durchaus mehr als das grundlegende Einmaleins der Datenverarbeitung genutzt wird.

  • So griffen beispielsweise 65 Prozent der Mitarbeiter auf das interne Firmennetzwerk von außerhalb des Unternehmens zu.
  • 42 Prozent der Unternehmen nutzen mittlerweile soziale Netzwerke – ein Anstieg um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Vernachlässigung von IT-Schutz und Mitarbeiterschulung

Obwohl die Akzeptanz digitaler Technologien hoch ist, sorgt sich knapp jeder zehnte Mittelständler (9 Prozent) nicht um die Sicherheit seiner IT und hat keinerlei Schutzvorkehrungen getroffen. Sogar mehr als jedes zweite Unternehmen (55 Prozent) sichert seine E-Mail-Kommunikation nicht zusätzlich vor kriminellen Zugriffen ab.

Obwohl eigene Mitarbeiter bewusst oder unbewusst zu den häufigsten Auslösern digitaler Zwischenfälle zählen und Angreifer zunehmend Social Engineering nutzen, um sich Zugang zu den Systemen zu verschaffen, steht eine Mitarbeiterschulung zu Datenschutz und Datensicherheit bei den meisten Mittelständlern nicht hoch im Kurs. So verzichten laut Studie 73 Prozent der Unternehmen auf IT-Schulungen ihrer Mitarbeiter.

„Der Schutz im Mittelstand vor Cyberangriffen stagniert trotz wachsender Digitalisierung“, so der amtierende DsiN-Vorsitzende Hartmut Thomsen. „Auch öffentlich diskutierte Sicherheitsvorfälle um die NSA oder den Deutschen Bundestag scheinen keine Verbesserung der IT-Schutzbereitschaft im Mittelstand zu bewirken – eher im Gegenteil.“

Zur Befragung

Der Sicherheitsmonitor Mittelstand beschreibt die IT-Sicherheitslage bei kleinen und mittleren Unternehmen. Grundlage ist die Online-Befragung von Firmen im Rahmen des DsiN-Sicherheitschecks. Die Befragung wird seit 2011 mit Unterstützung der DATEV durchgeführt. Im Zeitraum von April 2011 bis Juni 2015 haben sich rund 7.300 mittelständische Unternehmen beteiligt.

Zudem haben DATEV und DsiN den Leitfaden Verhaltensregeln zum Thema Social Engineering veröffentlicht, der auf Risiken hinweist und Verhaltensregeln zum Umgang mit Situationen und Personen gibt.

fgo

Sie glauben, Sie hätten noch so viel Zeit? Falsch! Es gibt mehr zu tun, als Sie vielleicht denken! ▶ Zeit zu handeln