16. April 2012 - Big Brother Awards 2012

Schwarze Schafe auf dem Siegertreppchen

Die „Gewinner“ der diesjährigen Big Brother Awards stehen fest: Neben weiteren wurden Blizzard Entertainment mit dem Spiel World of Warcraft, das Unternehmen Bofrost und die Brita GmbH für das Projekt „Schoolwater“ mit dem Negativpreis bedacht.

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Die Big Brother Awards machen schwarze Schafe im Bereich Datenschutz bekannt (Rike/Pixelio)

Auch zwei Innenminister haben den Big Brother Award erhalten: Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU).

In weiteren Kategorien sind die Gamma International (Technik) und ganz abstrakt „die Cloud“ (Kommunikation) ausgezeichnet worden.

Beispiel Bofrost: Bespitzelung des Betriebsrats

Bofrost wurde beispielsweise aufgrund des folgenden Vorfalls Presiträger: Ein Betriebsratsmitglied wurde beschuldigt, während der Arbeitszeit unzulässigerweise eine Stellungnahme verfasst zu haben. Diese sollte gekündigten Beschäftigten helfen und wurde per E-Mail von einem Rechner des Betriebsrats an dessen Rechtssekretärin versandt.

Im Rahmen der Kündigungsschutzverfahren der gekündigten Mitarbeiter erfuhr Bofrost von dieser E-Mail. Das Unternehmen wollte daraufhin vom Betriebsrat wissen, wer die Stellungnahme verfasst und versendet hatte. Als der Betriebsrat sich weigerte, das zu beantworten, wertete Bofrost die entsprechenden Daten des Betriebsrats heimlich ohne dessen Kenntnis aus.

Das Vorgehen von Bofrost hat zu einer Reihe von Arbeitsgerichtsverfahren geführt, die das Unternehmen alle verloren hat. Das zuständige Arbeitsgericht Wesel hat beispielsweise die Kündigung für unzulässig erklärt. In einem weiteren Verfahren hat dieses Arbeitsgericht bofrost grundsätzlich verboten, Einsicht in die elektronischen Dateien des Betriebsrats zu nehmen.

Lobende Erwähnung: Hessischer Rundfunkt und Thilo Weichert

Die Jury des Big Brother Awards hat in diesem Jahr erstmalig lobende Erwähnungen ausgesprochen: für den Hessischen Rundfunk, der die Abgabe der ELENA-Daten verweigerte, und für Thilo Weichert, den Datenschutzbeauftragten von Schleswig-Holstein für seinen Einsatz gegen Facebook.

Hintergrundmaterial zu den BigBrotherAwards finden Sie auf der Website www.bigbrotherawards.de.

16.04.2012 (ast/FoeBuD)

 

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