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12. Juni 2018 - Technischer Datenschutz

Schutz vor „Fingerprinting“ – Apple verbessert Datenschutz

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Das US-Unternehmen macht sich derzeit öffentlichkeitswirksam für den Datenschutz stark und wird nicht müde, die Praktiken anderer Konzerne zu hinterfragen. Im Rahmen eines Updates seiner Betriebssysteme will Apple jetzt die Daten der Nutzer noch besser schützen.

Apple verhindert Tracking und Fingerprinting in iOS 12 Für soziale Netzwerke soll es schwieriger werden, die Daten von Apple-Nutzern zu sammeln. (Bild: Sitthiphong / iStock / Thinkstock)

Auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC hat Apple einen Ausblick auf die kommende Version 12 seines mobilen Betriebssystems iOS gegeben. Es kommt sowohl in iPads als auch iPhones zum Einsatz.

Unter den vorgestellten Neuerungen war unter anderem eine Weiterentwicklung des mobilen Webbrowsers „Safari“.

Das Programm erhält neue Optionen für den Datenschutz, die vor allem das Tracking erschweren.  Diese sollen auch in der PC-Version der Software zu finden sein.

Erst die Einwilligung, dann der Cookie

Apple überarbeitet im neuen iOS 12 die „erweiterten Tracking-Schutzfunktionen“. Mit ihnen nimmt der Konzern die Tracking-Praxis von Social-Media-Netzwerken ins Visier.

Dabei geht es in erster Linie um sogenannte „Social Plug-ins“, die Webseitenbetreibern in ihre Auftritte einbinden.

Fast jeder Nutzer kennt die Möglichkeit, über diese Schalter ein „Like“ zu hinterlassen oder mit einem Kommentar auf einen Beitrag zu antworten.

Doch nur wenige Nutzer machen sich darüber Gedanken, dass diese Buttons auch die Aufgabe haben, die Sozialen Netzwerke über das Nutzungsverhalten des Anwenders zu informieren.

Gerade deshalb stehen Facebook und Co. für die Plug-ins in der Kritik von Datenschützern.

In der kommenden Version von Safari öffnet sich ein Pop-up-Fenster mit einer Benachrichtigung, sobald ein Cookie gesetzt werden soll, das Nutzerdaten sammelt.

Der Anwender kann so selbst darüber entscheiden, ob er die Information weitergeben will oder nicht. Diese neue Warnung wird in die vorhandene Schutzfunktion vor Tracking installiert und muss nicht aktiviert werden.

Fingerprinting wird verhindert

Neu ist zusätzlich ein Schutz vor dem „Fingerprinting“. Bisher war der Nutzer durch den sogenannten „User Agent“, eine Zeichenkette, eindeutig identifizierbar.

Der Schüssel enthält Informationen über die installierte Software, das Herstellungsdatum des Geräts oder die Größe des Bildschirms.

Diese Merkmale werden nicht nur statistisch ausgewertet, sondern auch von Werbetreibende genutzt, um über mehrere Geräte und Webseiten zielgenaue Anzeigen ausspielen können.

Die Zeichenkette wird nach dem Update „eingefroren“, das heißt sie ändert sich nicht mehr und lässt deshalb keine weiteren Rückschlüsse mehr über Anwender zu.

MacOS entfernt ebenfalls Social Log-ins

Auch übernimmt Safari für das Desktop-Betriebssystem macOS die genannten Neuerungen. Dort soll es für die sozialen Netzwerke ebenfalls schwieriger werden, Daten des Nutzers zu sammeln.

Deswegen entfernt Apple die Option, sich direkt aus dem Betriebssystem heraus bei einem sozialen Netzwerk anzumelden.

Bisher war es in den „Internetkonten“ möglich, die Anmeldedaten zu hinterlegen. Das bot dem Nutzer etwas mehr Komfort, wenn es um das Teilen von Inhalten ging, erleichterte aber auch das Tracking durch das Netzwerk.

Stephan Lamprecht