11. Mai 2017 - User-Tracking

Schnüffel-Apps: Standortverfolgung per Ultraschall

Einige Apps für Android nutzen das Mikrofon eines Smartphones, um Ultraschallsignale aus der Umgebung zu empfangen. Die so ermittelten Standortdaten setzen die App-Anbieter dann ein, um ortsspezifische Werbung zu platzieren.

Schnüffel-Apps arbeiten mit Ultraschall - ohne Wissen des Nutzers Der Standort von Mobilgeräten lässt sich unbemerkt für den Nutzer durch Ultraschallsignale ermitteln (Bild: chombosan / iStock / Thinkstock)

Forscher des Instituts für Systemsicherheit der Technischen Universität Braunschweig haben im Rahmen der Studie „Privacy Threats through Ultrasonic Side Channels on Mobile Devices“ festgestellt, dass immer mehr Android-Apps das Ultraschall-Tracking einsetzen.

Bei dieser Art von Standortverfolgung empfängt eine App Datensequenzen im Ultraschallbereich zwischen 18 und 20 Kilohertz über das Mikrofon des Smartphones. Die App sendet dann über das Internet Daten zurück.

Vor allem Shopping-Apps schnüffeln

Haupteinsatzgebiete dieser Technologie sind vor allem Shopping-Apps, die zum Beispiel standortbezogene Rabattangebote auf das Mobilgerät senden. Bei Videos lassen sich auch Daten über Nutzergewohnheiten und Vorlieben ermitteln und übertragen.

Je nachdem, was der Nutzer einer App erlaubt, überträgt sie zusätzliche Daten, die sich zu einem Profil kombinieren lassen.

Empfehlung: Mikrofonzugriff verweigern

„Grundsätzlich sollte man bei Smartphone-Anwendungen immer prüfen, welche Rechte sie anfordern“, so Studienautor Professor Konrad Rieck. „Die Aufnahme von Ultraschall-Signalen ist nur möglich, wenn die Anwendung Zugriff auf das Mikrofon bekommt. Im Zweifelsfall sollte man eine Anwendung lieber nicht installieren und nach Alternativen suchen.“

Noch in den Kinderschuhen

Ingesamt haben die Forscher mehr als 230 Apps gefunden, die diese für den Anwender nicht erkennbare Technologie nutzen. Diese Apps wurden teilweise bis zu fünf Millionen Mal installiert.

Da insgesamt rund 1,3 Millionen Anwendungen durchsucht wurden, ist der Anteil der Ultraschall-Schnüffler bislang also gering. Allerdings werden es immer mehr Apps, die Ultraschall-Tracking einsetzen.

Bei vergleichbaren Untersuchungen im April 2015 wurden sechs solcher Apps gefunden, im Dezember desselben Jahres waren es schon knapp 40.

fgo

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