20. Dezember 2012 - Datenschutz

Reichlich Baustellen für Unister

Die Betreiberfirma populärer Internet-Portale wie ab-in-den-urlaub.de, auto.de oder fluege.de kommt nicht zur Ruhe. Der jüngste Vorwurf: Kreditkarteninformationen von 400.000 Kunden sollen unsicher gespeichert worden sein.

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Reichlich negative Presse gibt es derzeit für den Portalbetreiber Unister (Bildquelle: Unister).

Vor rund zehn Tagen waren wie gemeldet zwei Manager des Leipziger Unternehmens wegen des Verdachts auf illegale Versicherungsgeschäfte und Steuerhinterziehung verhaftet worden, die Unister-Geschäftsräume wurden untersucht.

Wenige Tage später wurde bekannt, dass Ermittlungen gegen das Unternehmen laufen, da es gegen das Bundesdatenschutzgesetz verstoße. Datenschutzbeauftragter sei einer der beiden Geschäftsführer und Mitgesellschafter des Unternehmens. Das sei per Gesetz verboten, da er als Mitgesellschafter ein wirtschaftliches Eigeninteresse an den Daten besitze, erklärte ein Sprecher des sächsischen Datenschutzbeauftragten Andreas Schneider. Der Schutz sensibler Daten sei daher nicht gewährleistet.

Verdacht auf Datenschutzpanne

Mittlerweile wurden gegen das Unternehmen nun auch Vorwürfe wegen mangelnden Datenschutzes erhoben. So berichtet der MDR, dass Unister offenbar bis zum Jahr 2011 Kreditkartendaten von 400.000 Kunden nicht richtig gesichert habe. Die Schadenssumme soll bei etwa 750.000 Euro liegen, zudem habe Unister 2011 rund 140.000 Euro Straf- und Wiedergutmachungszahlungen an Kreditkartenherausgeber entrichtet.

Auf diesem Bericht hat Unister mit einer Pressemeldung reagiert, die freilich den fraglichen Zeitraum der Jahre 2011 und früher ausklammert. Seit Februar 2012, so das Unternehmen, sei das Sicherheitskonzept mit dem Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS) zertifiziert. Man habe hierfür innerhalb von 18 Monaten sämtliche sicherheitsrelevante Strukturen überprüft und insgesamt über 2 Mio. Euro zur Verbesserung des Schutzes von Kundendaten investiert. Sich selbst sehe man als „Vorreiter in Sachen Datenschutz im Internet“.

(20.12.2012/fgo)

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