1. Juni 2015 - Smartphone & Co.

Private Plaudereien statt Konzentration aufs Meeting

Smartphones und Tablets zählen nicht nur zu den potenziellen Einfallstoren für Wirtschaftsspione, um sensible Informationen aus firmeninternen Meetings zu erlangen. Sie reduzieren häufig auch die Aufmerksamkeit und das Engagement der Teilnehmer.

Smartphones in Meetings - keine Seltenheit Wer nebenbei im Internet unterwegs ist, konzentriert sich nicht auf ein Meeting – und riskiert Datenspionage (Bild: kzenon / iStock / Thinkstock))

Malware für Smartphones, über die sich vom Anwender unbemerkt Mikrofon und Kamera des Geräts aktivieren lassen, ist in einschlägigen Kreisen weit verbreitet. Zudem lassen sich mit dem kleinen Gerät schnell und für andere unbemerkt Gesprächsaufzeichnungen und Fotografien anfertigen.

Ideales Spionagewerkzeug

Dennoch setzen sich viele Unternehmen der Gefahr aus, dass sich unerlaubt Mithörer in Meetings einblenden, denn das Smartphone oder das Tablet ist der stetige Begleiter der meisten Mitarbeiter. Nur wenige Unternehmen schieben dieser Gefährdung durch Datenspionage mittels Smartphone-Verbot in Meetings – wie es etwa in der Luft- und Raumfahrtindustrie gang und gäbe ist – einen Riegel vor.

Privates im Meeting erledigen: Für manche Mitarbeiter Standard

Die kleinen digitalen Alleskönner eignen sich aber nicht nur als Spionagewerkzeug, sie lenken auch viele Teilnehmer an Meetings vom eigentlichen Thema ab. Eine Umfrage von Bitkom Research in Zusammenarbeit mit Aris Umfrageforschung unter rund 1000 Bundesbürgern hat ergeben, dass 41 Prozent der berufstätigen Smartphone-Nutzer während eines Meetings gerne zum Smartphone greifen, um private Angelegenheiten zu erledigen. Für fünf Prozent ist dieses Verhalten sogar Standard.

Was machen Meetingteilnehmer mit dem Smartphone? (Quelle: Bitkom)

Parallel empfinden 72 Prozent der befragten Berufstätigen es als störend, wenn andere Teilnehmer einer Besprechung sich mit dem Smartphone beschäftigen. Zwei Drittel finden die unhöflich, 41 Prozent äußerten die Meinung, dass darunter die Qualität des Meetings leidet. Allerdings hält auch jeder Fünfte die Ablenkung mit dem Smartphone während eines Meetings für normal.

Wer sein Smartphone während des Meetings für private Dinge nutzt, der liest oder beantwortet überwiegend private Nachrichten wie E-Mails, WhatsApp-Nachrichten oder SMS (67 Prozent). Rund jeder Dritte (29 Prozent) nutzt soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter, rund jeder Vierte (27 Prozent) spielt oder liest aktuelle Nachrichten im Netz (23 Prozent). 15 Prozent informieren sich über Sportergebnisse, und 6 Prozent kaufen mit ihrem Smartphone während der Besprechung auf Online-Shopping-Portalen ein.

fgo

Sie glauben, Sie hätten noch so viel Zeit? Falsch! Es gibt mehr zu tun, als Sie vielleicht denken! ▶ Zeit zu handeln