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5. Dezember 2017 - Datenschutz in HR-Abteilungen

Viele Personalmanager ignorieren die Datenschutz-Grundverordnung

Personalabteilungen verarbeiten und speichern regelmäßig schützenswerte und sensible Daten mit Personenbezug. Da wirkt das Ergebnis einer Umfrage zum Thema DSGVO doch irritierend.

DSGVO? Bei vielen Personalern bisher unbekannt. DSGVO? Bei vielen Personalern bisher unbekannt. (Bild: Jirsak / iStock / Thinkstock)

Das Unternehmen SD Worx hat in neun europäischen Ländern 1.800 Mitarbeiter aus Personalabteilungen und Lohnbuchhaltungen zum Thema Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) befragt.

Und das Ergebnis der Befragung ist für keine Seite schmeichelhaft. Weder für die Mitarbeiter noch für die Verantwortlichen der Unternehmen. Hier ist es offenbar nicht gelungen, die Kollegen über die Rechtsnorm ausreichend zu informieren.

DSGVO? Was ist das?

44 Prozent der Befragten haben keine Ahnung, um was es sich bei der Datenschutz-Grundverordnung handelt. Das ist ein überraschend hoher Wert, nicht nur, wenn der knappe Zeithorizont bis zur Umsetzung mitbetrachtet wird.

Immerhin 56 Prozent der Umfrageteilnehmer haben sich aber mit dem Thema auseinandergesetzt.

Die „Kenner“ sind optimistisch

Von den Mitarbeitern, die sich zum Thema informiert zeigten, sind vier Fünftel der Ansicht, dass ihr Unternehmen die Anforderungen der DSGVO rechtzeitig erfüllen kann.

84 Prozent gaben außerdem an, bei der Umsetzung der Verordnung Hilfe aus anderen Abteilungen zu erhalten.

Offenbar wurde der Beratungsbedarf erkannt. Denn 91 Prozent der Befragten haben vom Unternehmen die Freigabe erhalten, externe Kompetenzen zu dem Thema hinzuziehen zu dürfen.

Auslagerung als Problemlöser?

Die befragten Mitarbeiter nehmen die DSGVO zum Anlass, um bestehende Datenschutz-Richtlinien und Verfahren zu überprüfen und zu aktualisieren. Daraus folgen bei fast der Hälfte Änderungen bei gegenwärtigen Geschäftsbeziehungen, gerade auch mit Auftragsdatenverarbeitern.

Allerdings gibt es eine breite Zustimmung zu den neuen Vorschriften. Lediglich 3 Prozent halten die DSGVO für nutzlos.

Die Auseinandersetzung mit der neuen Verordnung offenbart jedoch die Komplexität ihrer Umsetzung. So sind über 70 Prozent der Befragten der Ansicht, dass sich die DSGVO-Konformität am einfachsten mit der externen Vergabe von Personalwesen und Lohnbuchhaltung erreichen ließe.

Die Ergebnisse der Befragung überraschen in weiten Teilen. Ein guter Anlass für den  Datenschutzbeauftragten, sich in der Personalabteilung nach dem aktuellen Stand des Wissens und der Anpassung an die DSGVO zu erkundigen.

Hier geht’s zu weiteren Studien zur Datenschutz-Grundverordnung

Stephan Lamprecht

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