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23. September 2020

Persönliche Daten: Deutsche misstrauen Unternehmen

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Deutsche Verbraucher misstrauen Unternehmen, wenn es um den Umgang mit ihren persönlichen Daten geht. Laut einer aktuellen Studie glauben 47 Prozent der Befragten nicht, dass Unternehmen ihre Daten vertraulich und sicher behandeln.

Besonders misstrauisch sind die Deutschen, wenn es um den Schutz persönlicher Daten bei Unternehmen geht. Großes Misstrauen beim Schutz der persönlchen Daten durch Unternehmen und Deutschland sticht heraus. (Bild: sdecoret / iStock / Getty Images Plus)

Das kanadische Softwareunternehmen OpenText hat im April und Mai 2020 rund 12.000 Verbraucher aus Deutschland, dem Vereinigtem Königreich, Frankreich, Spanien, Kanada, Australien und Singapur befragt.

Spitzenreiter in Sachen Misstrauen

Im globalen Vergleich belegen die deutschen Verbraucher mit 47 Prozent den ersten Platz in Sachen Misstrauen gegenüber Unternehmen – dicht gefolgt von den Verbrauchern im Vereinigten Königreich mit 45 Prozent und Kanada mit 40 Prozent.

Wenig Vertrauen und viel Unkenntnis

Rund 2.000 deutsche Verbraucher gaben im Rahmen der Erhebung Auskunft – mit zum Teil erstaunlichen Ergebnissen:

  • 6 Prozent vertrauen Unternehmen in ihren Datenschutz-Kompetenzen,
  • 13 Prozent sind überzeugt, dass manche Unternehmen mehr tun und den gesetzlich vorgeschriebenen Verpflichtungen zum Schutz der Kundendaten nachkommen,
  • 25 Prozent würden sich proaktiv mit einem Unternehmen in Verbindung setzen, um zu erfahren, wie dieses mit ihren persönlichen Daten verfährt,
  • 32 Prozent besitzen ein grundlegendes Verständnis über die rechtliche Lage hinsichtlich des Datenschutzes,
  • 41 Prozent würden mehr Geld bei Unternehmen und Händlern ausgeben, von denen sie wissen, dass sie die persönlichen Daten ihrer Kunden schützen,
  • 44 Prozent kennen die Gesetze und behördlichen Regulierungen, die zum Schutz ihrer Daten eingeführt wurden,
  • 47 Prozent misstrauen Unternehmen, wenn es um den Umgang mit ihren persönlichen Daten geht,
  • 73 Prozent geben zu, nicht zu wissen, welche bzw. wie viele Unternehmen ihre persönlichen Daten speichern, verwenden oder Zugang zu ihnen haben – einschließlich ihrer E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Bankverbindungen.

Enormer Druck für Unternehmen

„Digitale Services und Lösungen sind für fast jede geschäftliche Interaktion von zentraler Bedeutung“, sagt Axel Kock, Vice President Germany for Enterprise Content Services bei OpenText, dem Auftraggeber der Studie.

Dadurch „generieren Unternehmen in jedem Winkel ihres Betriebs mehr Daten denn je, die sie verwalten und sichern müssen.“

Das setze Unternehmen unter enormen Druck. Denn neben möglichen Bußgeldern setze jedes Unternehmen das Vertrauen seiner Kunden aufs Spiel, wenn es Datenschutzgesetze nicht einhalte.

Vor allem deutsche Verbraucher müssen die Unternehmen noch überzeugen – das macht die Erhebung klar.

Mehr Informationen:

Elke Zapf