20. Mai 2011 - Adressimport

Patientendaten in Facebook

Patientendaten tauchen vermehrt bei Facebook auf. Auf PC oder Smartphones von Ärzten befinden sich im Adressbuch häufig Patienten-Informationen, die dann von Facebook über die Funktion „Freunde-Finden“ importiert werden.

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Vor der Weitergabe von Adressen an Facebook warnt Johannes Caspar (Foto: HmbBfDI/Thomas Krenz)

Wenn ein neuer Account bei Facebook angelegt wird, fragt das soziale Netzwerk, ob das persönliche Adressbuch zum „Freunde-Finden“ verwendet werden soll. Aus dem Adressbuch vom PC oder Smartphone eines Arztes aus können dann versehentlich Patienten-Informationen übertragen werden.

Darauf hat Prof. Dr. Johannes Caspar, der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, hingewiesen.

Facebook verstößt gegen geltendes Datenschutzrecht

Caspar berichtet: „Mehrere Ärzte haben sich schon darüber gewundert, dass ihre Patienten Einladungen zu Facebook erhielten, in denen ihnen andere Patienten mit Name und Bild als ‚mögliche Bekannte, die schon auf Facebook sind‘ präsentiert wurden.“ Das sei mit dem geltenden Datenschutzrecht nicht vereinbar.

Verstoß auch gegen die ärztliche Schweigepflicht

Dr. Peter Müller, Vorstand der Stiftung Gesundheit, ergänzt: „Es verstößt auch gegen die ärztliche Schweigepflicht. Danach darf ein Arzt nicht einmal Auskunft darüber geben, ob eine bestimmte Person bei ihm in Behandlung ist oder war.“

Geändertes Verfahren des Friend-Finding

Im Januar hatte Caspar mitgeteilt, dass eine Vereinbarung der Datenschutzbeauftragten mit dem Netzwerkbetreiber abgeschlossen worden sei.

Demnach bekommen die Nutzer künftig eine transparente Kontrolle über die von Facebook importierten Adressen.

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Zentraler Bestandteil der Vereinbarung ist der Schutz der Daten Dritter, also von Personen, die nicht Mitglied des Netzwerks sind, deren Daten gleichwohl durch den Nutzer auf Facebook importiert werden.

Hier gilt, dass Facebook die E-Mail-Adressen nur für Zwecke der Freundsuche verwenden darf. Weitere eigene Zwecke für Facebook bleiben ebenso ausgeschlossen wie die Verwendung der Adressen zu anderen Zwecken der Nutzer.

20.05.2011 (HBfDI, Stiftung Gesundheit/BM)

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