6. Mai 2015 - Datenpanne

Patientendaten auf Abwegen

Die Kassenärztliche Vereinigung hat illegitim die Daten von Krankenversicherten an eine Inkassokanzlei übermittelt, um vermeintlich ausstehende Praxisgebühren aus 2011 einzutreiben.

Unberechtigte Datenübermittlung an ein Inkassobüro Die seit 2013 abgeschaffte Praxisgebühr sorgte für eine Datenpanne bei der KV (Bild: RomoloTavani / iStock / Thinkstock)

Sie wurde zwar Ende 2012 abgeschafft, verfolgt aktuell aber noch etliche Patienten, die in diesen Tagen eine entsprechende Mahnung in ihren Briefkästen finden: die Praxisgebühr. Zumindest bei den Mitgliedern der Barmer Ersatzkasse (BEK) ist diese Zahlungsaufforderung laut eines Berichts der taz nicht legitim. Denn die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hat die Daten vermeintlich säumiger Zahler, die über die BEK versichert waren, unberechtigterweise an ein Inkassobüro weitergeleitet.

Laut taz handelt es sich dabei um rund 8.000 Versicherte, die nach einem Arztbesuch im ersten Quartal 2011 die damals noch fällige Praxisgebühr von zehn Euro nicht bezahlt haben sollen. Die Daten der Betroffenen seien von der KV ohne Zustimmung der BEK an das Stuttgarter Inkassobüro „RVR Rechtsanwälte“ übermittelt worden, das die vermeintlich säumigen Patienten über ein Formblatt zur Zahlung aufgefordert habe.

Die BEK teilte der taz mit, dass man dieses Verfahren nicht goutiere. Man habe von diesem Mahnverfahren Abstand genommen und die Versicherten selbst kontaktiert. Die KV, die für die Abrechnung der vom Arzt erbrachten Leistungen zuständig ist, habe die Datensätze aber nicht gelöscht.

Problematisch dürfte es für die Empfänger einer solchen Mahnung werden, die davon überzeugt sind, bezahlt zu haben, aber die mittlerweile vier Jahre alte Quittung nicht vorweisen können. Denn aus Sicht der KV müsse der Patient beweisen, dass er die Praxisgebühr bezahlt hat.

fgo

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