4. November 2015 - Online-Passwörter

„Passwort vergessen“ gehört zum Standard

Für den Schutz der eigenen sensitiven Daten ist es unverzichtbar: Für jede Online-Anwendung sollte ein eigenes Passwort vergeben werden. Da ist die Gefahr des Vergessens groß.

Passwort vergessen? Für viele Anwender ist eine Neuanforderung des Passworts die einzige Möglichkeit, wieder Zugang zu einem Online-Service zu erhalten (Bild: maurusone / iStock / Thinstock)

38 Prozent der deutschen Internet-Nutzer mussten in den vergangenen zwölf Monaten die Funktion „Passwort vergessen“ nutzen, um wieder Zugang zu einem Online-Dienst zu bekommen. Das ergab eine Umfrage des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom). Laut dieser Umfrage sind einige Nutzer besonders vergesslich: 11 Prozent mussten die Passwort-Funktion in den letzten zwölf Monaten einmal verwenden, 20 Prozent zwei- bis viermal und 7 Prozent sogar mindestens fünfmal.

Die Folgen dieser Vergesslichkeit: Außerplanmäßige Arbeit für den Anwender und eine zusätzliche Gefährdung der eigenen sensitiven Daten. Denn wenn die Nutzer ihre E-Mail-Adresse angeben, um ihr Passwort beziehungsweise einen Link zugeschickt zu bekommen, über den sie ein neues Kennwort vergeben können, besteht stets die Gefahr, dass sich Angreifer in diese Mail-Kommunikation einklinken, um sich Zugangsdaten zu verschaffen.

Keine Alternative ist die Verwendung einfacher Passwörter oder der selben Passwörter für verschiedene Dienste. „Das“, so der Bitkom-Sicherheitsexperte Marc Fliehe, „ist gefährlich und öffnet Hackern Tür und Tor“.

Tipps gegen die Vergesslichkeit

Schon einfache Methoden, können dabei helfen, sichere Passwörter zu gestalten und diese besser zu behalten oder die eigene Gedächtnisleistung gar nicht erst strapazieren zu müssen. Der Bitkom empfiehlt:

  • Ein Dienst, ein Passwort. Für jeden Dienst sollte ein eigenes Passwort genutzt werden. Eine Alternative ist es, ein „Grundpasswort“ zu nutzen und dieses für jeden Dienst anzupassen.
  • Wörterbücher meiden. Am sichersten sind Passwörter, die aus einer zufällig zusammengewürfelten Reihenfolge von Groß- und Kleinbuchstaben sowie Zahlen und Sonderzeichen bestehen.
  • Mehr Zeichen bedeutet weniger Risiko. Nicht nur die Zusammensetzung des Passworts ist wichtig, sondern auch die Länge. Ein sicheres Passwort besteht aus mindestens 8 Zeichen.
  • Per Eselsbrücke ans Ziel. Um Passwörter zu erstellen, die aus einer unzusammenhängenden Anzahl von Buchstaben und Zahlen bestehen, können die Anfangsbuchstaben aus ausgedachten Sätzen genommen werden, etwa: „Mein Verein gewann das entscheidende Spiel mit 3 zu 2!“ Daraus lässt sich ein sicheres und gut zu merkendes Passwort erstellen: „MVgdeSm3z2!“.
  • Passwort-Manager als Alternative. Passwort-Safes erstellen auf Wunsch zufallsgenerierte Kennwörter und speichern sie in einer verschlüsselten Datenbank ab, die mit einem Master-Passwort gesichert wird. Anschließend wird nur noch das Master-Passwort benötigt. Für Smartphones und Tablets werden häufig passende Apps angeboten. So können die sicheren Passwörter auch auf den Mobilgeräten genutzt werden. In diesem Fall ist es aber umso wichtiger, dass das Master-Passwort sicher ist und nicht einfach erraten werden kann.

fgo

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