22. September 2016 - Datenhandel

O2 will Bewegungsmuster seiner Kunden vermarkten

Bewegungsdaten fallen unter anderem für jedes individuelle mobile Endgerät an. Sie geben Auskunft über die Bewegungsmuster des jeweiligen Benutzers. Diesen Datenschatz will die O2-Muttergesellschaft Telefónica nun heben und verkaufen.

Bewegungsprofile sind für viele Unternehmen äußerst interessant Die Bewegungsmuster z.B. von Besuchern eines Shoppingcenters sind für Marketingstrategen sehr interessant (Bild: sebastian-julian / iStock / Thinkstock)

Erneut unternimmt der spanische Telekommunikationsanbieter Telefónica, unter anderem Eigner des in Deutschland aktiven Mobilfunkanbieters O2, den Versuch, Standortdaten seiner deutschen Kunden zu vermarkten. Ein erster Anlauf war im Jahr 2012 noch gescheitert.

Boni und Rabatte gegen Daten

Wie die Wirtschaftswoche berichtet, sollen Kunden selbst darüber entscheiden können, welche Daten sie für Telefónica zur Vermarktung freigeben. Geködert werden sie dabei vom Versprechen, an den Verkaufserlösen in Form von Boni oder Rabatten teilzuhaben.

„Wenn wir Daten nutzen dürfen und daraus Werte entstehen, dann kann der Kunde natürlich partizipieren“, so Thorsten Dirks, Vorstandsvorsitzender von Telefónica Deutschland.

Anonymisierung per Algorithmen

Um datenschutzrechtlichen Bedenken zuvorzukommen, habe man sich mit den Behörden abgestimmt und sichergestellt, dass die Daten über einen mehrstufigen Algorithmus zuverlässig anonymisiert werden. So seien keine Rückschlüsse auf den einzelnen Kunden möglich.

„Wir werden uns nicht noch mal die Finger verbrennen“, so Dirks weiter. „Eines habe ich gelernt: Datenschutz ist ein ganz kritischer Punkt.“

Handel zeigt Interesse

Konkretes Interesse von Handelsunternehmen, Informationen über die Bewegungsmuster potenzieller Kunden käuflich zu erwerben, scheint zumindest vorhanden. So berichtet die Wirtschaftswoche davon, dass eine namentlich nicht genannte Handelskette in Deutschland bereits Tests durchgeführt habe, wie sich die Bewegungsdaten nutzen lassen.

Interessiert seien beispielsweise auch Betreiber von Einkaufszentren, die sich dadurch konkrete Informationen zu den bevorzugten Wegen von Kunden innerhalb ihres Areals versprechen.

fgo

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