23. Februar 2015 - Geheimdienste

NSA und GCHQ hacken das Netzwerk des führenden SIM-Karten-Herstellers

Britische und amerikanische Geheimdienste haben sich illegitim den Zugang zum Computer-Netzwerk von Gemalto verschafft, um die Verschlüsselung bei der mobilen Kommunikation knacken zu können.

Zu den Kunden von Gemalto zählen unter anderem Vodafone, Telefonica und die Deutsche Telekom Zu den Kunden von Gemalto zählen unter anderem Vodafone, Telefonica und die Deutsche Telekom (Bild: Tim Reckmann/pixelio.de).

Wie das Portal „The Intercept“ mit Bezug auf Unterlagen des Whistleblowers Edward Snowden berichtet, haben der US-Nachrichtendienst NSA in Zusammenarbeit mit den britischen Government Communications Headquarters (GCHQ) bereits 2010 erfolgreich das Netzwerk des niederländischen Unternehmen Gemalto infiltriert.

Gemalto ist mit einem Weltmarktanteil von rund 50 Prozent (Marktanteil in Europa etwa 30 Prozent) der führende Anbieter von Chipkarten, wobei ein Geschäftsschwerpunkt auf SIM-Karten für Mobiltelefone und mobile Kommunikation liegt. In diesem Marktsegment produziert das Unternehmen rund zwei Milliarden Karten jährlich.

Bei dem Einbruch in das Netzwerk von Gemalto seien die Schlüssel für SIM-Karten gestohlen worden, mittels derer Mobilfunkdaten bei der Übertragung zwischen dem Endgerät eines Anwenders und dem Mobilfunk-Provider verschlüsselt werden. Damit würde es den Geheimdiensten möglich, auch vermeintlich abhörsicher verschlüsselte Kommunikation zu belauschen.

Das Security-Team von Gemalto konnte den Angriff „in diesem frühen Stadium der Veröffentlichung der Ergebnisse“ bislang noch nicht bestätigen. Man nehme das Thema aber äußerst ernst. Man sei sehr besorgt darüber, dass dies passiert sei, so Gemalto-Manager Paul Beverly gegenüber The Intercept: „Das Wichtigste für mich ist es, die exakte Vorgehensweise zu verstehen, damit wir alle Maßnahmen ergreifen können, um sicherzustellen, dass dies nie wieder passiert.“

fgo

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