29. Januar 2014 - Mobile Apps

Nicht nur die NSA

Apps für Smartphones und Tablets sind häufig mit dem primären Ziel programmiert, so viele individuelle Nutzungsdaten zu sammeln wie möglich.

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Smartphones agieren häufig als Spione in der Jackentasche (Bildquelle: www.datenschutz.rlp.de).

Die Entrüstung von großen Teilen der Bevölkerung über die Abhöraktivitäten und die Datensammelwut diverser Geheimdienste ist gut nachvollziehbar. Gleichzeitig aber liefern viele der Anwender, die sich über die Aktivitäten von NSA & Co. echauffieren, mehr oder minder freiwillig zahlreiche persönliche Daten an fremde  Stellen aus.

So haben die Sicherheitsspezialisten der TÜV TRUST IT GmbH eine Auswahl von mehr als 1.000 Apps überprüft und festgestellt, dass rund 45 Prozent davon Daten der Smartphones oder Tablets an spezielle Werbenetzwerke und Datensammler übertragen. So wirbt beispielsweise der Web-Tracker Flurry, der die Installation und Nutzung von Apps analysiert, damit, dass seine Software Flurry Analytics bereits in rund 350.000 Apps auf über einer Milliarde Endgeräten implementiert sei.

Der Datenhunger der Apps ist zudem äußerst vielfältig. So ermitteln rund 44 Prozent der überprüften Apps über eine eingeschaltete Lokalisierungsfunktion den Standort des Nutzers. Immerhin noch 8 Prozent greifen regelmäßig auf das Adressbuch zu und übertragen die Daten ungefragt auf Server im Internet.

„Apps sind entweder gut, hinterhältig oder ungewollt-gefährlich“, so Detlev Henze, Geschäftsführer von TÜV TRUST IT. Unter guten mobilen Anwendungen versteht er solche, die nach klar definierten Sicherheitsanforderungen entwickelt wurden und nicht heimlich auf Daten zugreifen. Als hinterhältig bezeichnet er solche Apps, deren Geschäftsmodell dem Nutzer nicht klar ist und die primär der Datensammlung oder dem Ausspähen durch Dritte dienen. In der dritten Kategorie sieht Henze Apps, die “ … die unter hohem Zeitdruck und ohne klar spezifizierte Sicherheitsanforderungen auf den Markt gebracht werden“.

(29.01.2014/fgo)

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