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19. Juni 2019 - Online-Marketing

Neues Tool zur Analyse von Newslettern

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Trotz sozialer Netzwerke und anderer Kommunikationsformen bleibt der E-Mail-Newsletter für Verlage und Händler nach wie vor eines der wichtigsten Mittel, um Kunden und Interessenten anzusprechen. Ein neues Tool hilft den Empfängern dabei, den Datenschutz zu überprüfen.

Mit einem neuen Tool können Nutzer Newsletter auf die Einhaltung des Datenschutzes überprüfen (Bild: milindri / iStock /Getty Images Plus) Mit einem neuen Tool können Nutzer Newsletter auf die Einhaltung des Datenschutzes überprüfen (Bild: milindri / iStock /Getty Images Plus)

Damit der Versand von Newslettern juristisch auch ordnungsgemäß abläuft, muss der Empfänger nicht nur dem Erhalt zugestimmt haben.

Er ist über die mögliche Erhebung weiterer Daten im Rahmen des Bezugs zu informieren.

Marketing-Verantwortliche eines Unternehmens interessieren sich dafür, wie viele Nutzer den Newsletter überhaupt lesen oder welche Beiträge sie gut annehmen.

Deswegen setzen sie in E-Mails Trackingsysteme ein, wie sie auch auf Webseiten zu finden sind. Aber nicht immer werden die Nutzer über die Erhebung dieser Daten informiert.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Secure Mobile Networking Labs an der TU Darmstadt entwickelten ein System, mit dessen Hilfe die Empfänger von E-Mails überprüfen können, ob und welche unsichtbaren Trackingmethoden der Absender einsetzt.

Einfache Prüfung von Newslettern

Noch vor dem Bezug eines Newsletters kann sich der Konsument auf der Website des Projekts „PrivacyMail.info“ darüber informieren, ob der Betreiber Trackingsysteme einsetzt und welche Internetadressen beim Öffnen beziehungsweise Lesen einer E-Mail geöffnet werden.

Das System prüft, ob beim Öffnen eines Links ein Drittanbieter kontaktiert wird, bevor die Weiterleitung des Lesers an die richtige Adresse erfolgt.

Oft enthalten E-Mails Ressourcen wie Bilder, die der Dienstleister dynamisch nachlädt oder andere Webseiten nachladen. Auch diese erkennt und analysiert das Tool.

Ampelsystem stellt Ergebnisse übersichtlich dar

Die Ergebnisse der Prüfungen werden auf der Webseite veröffentlicht. Ein Ampelsystem fasst die verschiedenen Bereiche zur schnelleren Orientierung zusammen.

So können die Nutzer selbst entscheiden, ob aus ihrer Sicht Gefahren für den Schutz ihrer Daten erwachsen.

Max Maaß, Doktorand am Secure Mobile Networking Lab der TU, erklärt zum Projekt:

„Die Welt der Werbenetzwerke und Profiling-Firmen agiert meist im Versteckten und lebt davon, dass Nutzerinnen und Nutzer sie nicht bemerken.

Mit PrivacyMail.info hoffen wir einen Beitrag leisten zu können, die allgegenwärtige kommerzielle Überwachung unseres Verhaltens sichtbar und transparent zu machen.“

Nutzer können Projekt unterstützen

Das Projekt kann jeder Nutzer unterstützen, indem er sich auf der Webseite eine „Identität“ für den Bezug anlegt.

Dabei handelt es sich um eine E-Mail-Adresse, die nur für die Prüfung der Mechanismen des Newsletters genutzt wird. Seine eigenen persönlichen Daten muss der Nutzer dabei nicht preisgeben.

Stephan Lamprecht