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30. Oktober 2019 - Beschäftigtendatenschutz

Neue Handreichung für den Beschäftigtendatenschutz erschienen

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In jedem Unternehmen werden, unabhängig von dessen Größe, zahlreiche Daten der Beschäftigten verarbeitet. Darunter auch sensible Informationen. In der DSGVO gibt es jedoch keine einheitliche Regelung des Beschäftigtendatenschutzes. Die Stiftung Datenschutz hat deshalb eine Handreichung zusammengestellt, um für mehr Klarheit zu sorgen.

Neue Handreichung für Beschäftigtendatenschutz Beschäftigtendatenschutz (Bild: BernardaSv / iStock / Thinkstock)

In Personalabteilungen fallen zwangsläufig personenbezogene Daten und Informationen an. Bereits in der ersten Anbahnung eines Arbeitsverhältnisses erhalten Arbeitgeber zum Beispiel  Einblick in die Familienverhältnisse.

Und während der Beschäftigung sammeln sich im Laufe der Zeit Informationen an, die Rückschlüsse über den gesundheitlichen Zustand oder die Vermögensverhältnisse (z. B. Lohnpfändungen) erlauben.

Alles Daten, aus denen sich bei Bekanntwerden auch persönliche Nachteile ergeben können. Dementsprechend sind diese Daten als sensibel einzuschätzen.

Keine zentrale Regelung

Betriebsräte, Datenschützer und Personalexperten fordern seit vielen Jahren eine einheitliche Regelung des Beschäftigtendatenschutzes. Allgemeinverbindliche Regelungen wurden jedoch auch in der DSGVO nicht formuliert.

Das bedeutet, dass sich Personalverantwortliche in Unternehmen selbst die in Frage kommenden Richtlinien zusammensuchen müssen.

Eine Handreichung der Stiftung Datenschutz will das ändern. Das kostenlos verfügbare Dokument richtet sich an Personalverantwortliche in kleineren und mittelständischen Unternehmen.

Doch auch Betriebsräte und die Beschäftigen selbst werden die Handreichung mit Gewinn lesen.

Grundsätze und Regeln verständlich zusammengefasst

Das rund 17 Seiten umfassende Dokument sammelt die wichtigsten Aspekte des Beschäftigtendatenschutzes.

Auf den ersten Seiten beschreiben die Autoren die Grundlagen, die sich aus der DSGVO ergeben. Dabei wird auch auf das BDSG kurz eingegangen. Zudem wird die Rolle des Betriebsrates untersucht.

Der zweite Teil der Grundlagen informiert in allgemeinverständlicher Weise über die Zulässigkeit der Datenverarbeitung (Erfordernis, Einwilligung, Aufdeckung von Straftaten und das berechtige Interesse).

Der weitaus größere Teil der Handreichung widmet sich dann der Praxis. Hier geht es um geradezu klassische Themen wie heimliche und offene Videoüberwachung, Informationen, die bei Einstellungstests anfallen sowie konzerninternen Datenübermittlungen.

Sehr nützlich sind die am Ende gesammelten Fallbeispiele, die sich in drei Bereiche gliedern.

Typische und aktuelle Situationen aus Bewerbungsverfahren, der allgemeinen Personalverwaltung und der Nutzung von Kommunikationstechnik werden auch für Laien verständlich erklärt.

Die Fragen behandeln beispielsweise die Nutzung von Mitarbeiterfotos im Web oder auf sozialen Medien, den Einsatz von WhatsApp innerhalb des Unternehmens, aber auch die Überwachung von Telefonaten oder E-Mails.

Laden Sie sich die Handreichung kostenlos herunter.

Stephan Lamprecht