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11. April 2017 - Technischer Datenschutz

Microsoft Creators Update – Datenschutz verbessert?

Microsoft verteilt in diesen Tagen ein weiteres umfangreiches Update für Windows 10 an die Anwender. Neben einer leicht geänderten Oberfläche und der Veröffentlichung einiger neuer Funktionen bessert das Unternehmen auch in Sachen Datenschutz nach. Erfahren Sie, was sich wirklich ändert.

Datenschutz-Update für Windows 10 Microsoft möchte mit dem neuen Updtade für Windows 10 den Datenschutz deutlich verbessern. Was ändert sich wirklich? (Bild: greenphotoKK / iStock / Thinkstock)

Nicht zuletzt durch die engere Verzahnung mit der Cloud und die Vorstellung der Spracherkennung Cortana hat Microsoft mit Windows 10 Kritik unter Datenschützern hervorgerufen.

Eine ganze Reihe der sogenannten Komfortfunktionen im Betriebssystem sind nur möglich, wenn Informationen über den Anwender auch an Server des Herstellers übertragen werden. Allerdings gab sich Microsoft hier alles andere als transparent.

Mehr Übersicht im Creators Update

Die Aktualisierung von Windows 10 bietet nun eine Übersicht, die es den Nutzern ermöglicht, gezielt einzugreifen, welche Dienste genutzt werden sollen. Das erleichtert die Entscheidung, welche Informationen (zum Beispiel der eigene Standort) an Microsoft gesendet werden. Hier haben Entwickler auch Schablonen integriert, die Optionen als Empfehlungen bündeln.

Facelift statt Update?

Dabei verbessert das Update nur den Zugriff auf die entsprechenden Einstellungen, schafft aber keine größere Transparenz. Denn es ist immer noch nicht ausreichend erklärt, welche Gründe es für die Datenverarbeitung gibt.

Diese Mängel in Hinblick auf den Datenschutz hatte im Februar noch die „Article 29 Working Party“ kritisiert. Daran dürfte auch das Creators Updates nichts ändern.

Unterschiede zwischen den Editionen

Das neue Update hebt auch nicht die Unterschiede zwischen den verschiedenen Editionen von Windows 10 auf. Datenübertragungen und Funktionen lassen sich nach wie vor lediglich in den teuren Ausgaben „Enterprise“ und „Education“ ausschalten.

Erst in diesen Editionen haben Administratoren die Möglichkeit, das Sicherheitsniveau an die Vorgaben des Unternehmens anzupassen. Allerdings sind diese Varianten eher in Großunternehmen im Einsatz.

Keine Veränderung für den Mittelstand

Aus Kostengründen dürften gerade in kleineren und mittelständischen Unternehmen eher die Versionen für Privatnutzer oder auch die Pro-Variante von Windows 10 im Einsatz sein.

Diese unterstützen zwar auch Gruppenrichtlinien, lassen sich also zentral administrieren. Aber gerade hier fehlen die wichtigen Funktionen zur Anpassung von Datenübertragungen oder zur Nutzung von „App-Stores“.

Faktisch betreibt Microsoft mit dem aktuellen Update beim Datenschutz reine Kosmetik. Der Einsatz von Windows 10 bleibt im professionellen Umfeld damit zumindest weiterhin problematisch.

sl

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