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4. September 2018 - Cloud-Computing

Microsoft stellt seine Treuhänder-Cloud ein

Die in Zusammenarbeit mit der Telekom entwickelte Treuhänder-Cloud von Microsoft hatte Unternehmenskunden mit einem hohen Sicherheitsbedürfnis im Visier. Doch damit ist nun Schluss. Der Konzern stellt den Service ein.

Microsoft: Treuhänder-Cloud eingestellt Mit einem Treuhänder-Modell wollte Microsoft Unternehmen ein hohes Sicherheitsniveau beim Cloud-Computing anbieten. Diesen Service stellt der Konzern jetzt ein. (Bild: Rick_Jo / iStock / Getty Images Plus)

Mit einem Treuhänder-Modell wollte Microsoft Unternehmen ein hohes Sicherheitsniveau beim Cloud-Computing anbieten.

Durch die Zwischenschaltung des Treuhänders wird vermieden, dass Microsoft als Betreiber der Infrastruktur auf die in der Cloud gespeicherten Daten Zugriff erhielt.

Wer etwa bei der Nutzung von Office 365 dieses Modell einsetzen wollte, zahlte allerdings einen höheren Preis.

Vermutlich nahmen zu wenige Unternehmen dieses Angebot an. Denn Microsoft schaltet die Treuhänder-Cloud ab.

Schon jetzt nicht mit mehr buchbar

Die Cloud-Lösung kündigte der IT-Riese 2015 an, um Kunden mit strengen Compliance-Richtlinien den Einstieg in die Cloud zu erleichtern.

Bei dieser Microsoft-Cloud-Deutschland werden die Kundendaten über ein von der globalen Infrastruktur getrenntes Netzwerk in Deutschland gespeichert.

Zusätzlich kontrolliert der Datentreuhänder den Zugang zu diesen Daten.

Allerdings konnte die deutsche Microsoft-Cloud funktional nicht mit dem globalen Angebot mithalten.

Streng genommen gab es damit zwar mehr Sicherheit, aber bei weniger Funktionen und höheren Preisen.

Doch jetzt macht Microsoft Schluss mit diesem Angebot, wie das Unternehmen mitteilt.

Neukunden können die Cloud bereits jetzt nicht mehr buchen und es werden auch keine neuen Dienste bereitgestellt.

Bestandskunden können die Cloud aber vorerst weiter nutzen und erhalten die erforderlichen Sicherheitsupdates.

Ersatz für Azure, Dynamics und Office 365 aus Deutschland

Als Ersatz bietet Microsoft das Hosting in deutschen Rechenzentren in Frankfurt und Berlin an.

Von dort will das Unternehmen seine Cloud-Dienste in Zukunft in vollem Umfang zur Verfügung stellen.

Diese wird der Konzern dann an das weltweite Microsoft-Cloud-Netzwerk anbinden.

Die allgemeine Verfügbarkeit für Azure gibt Microsoft für Ende 2019 an, Office 365 soll Anfang 2020, Dynamics 365 im Laufe des Jahres 2020 folgen.

Neukunden können derzeit zwischen den bereits verfügbaren europäischen Regionen wählen oder das Interesse an einer der neuen Regionen in Deutschland bekunden.

Stephan Lamprecht