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2. Februar 2018 - Diagnostic Data Viewer und Datenschutz-Dashboard

Microsoft bietet mehr Einblick in gespeicherte Nutzerdaten

Anlässlich des Europäischen Datenschutztags hat Microsoft den Teilnehmern seines Windows-Insider-Programms einen Ausblick auf ein neues Tool gegeben. Es soll für mehr Transparenz und Datenschutz bei den Informationen sorgen, die das Betriebssystem erhebt.

neue Tools für mehr Datenschutz Neue Tools für mehr Datenschutz bei Microsoft (Bild: NicoElNino / iStock / Thinkstock)

Die Teilnahme am Windows-Insider-Programm ist kostenlos und steht prinzipiell jedem Nutzer einer gültigen Windows-Lizenz offen.

Über diesen besonderen Kanal versorgt Microsoft die Teilnehmer bereits mit neuen Funktionen, noch bevor diese final entwickelt wurden und allgemein verteilt werden.

Im Rahmen des Tester-Programms veröffentlicht das Unternehmen in den kommenden Wochen zwei Tools, die Transparenz und Datenschutz verbessern sollen.

1. Diagnostic Data Viewer – Überblick über gesammelte Rechnerdaten

Wie alle Hersteller von Betriebssystemen sammelt Microsoft Geräte-Informationen, die etwa im Fall eines System- oder Programmabsturzes an das Unternehmen übertragen werden.

Allerdings gibt es keine einfach zu bedienende Funktion, um sich diese Informationen anzusehen.

Der neue „Diagnostic Data Viewer“ wird dies ändern. Er erlaubt die Suche in den gesammelten Diagnosedaten. Dazu gehören

  • allgemeine Daten: Name und Version des Betriebssystems, Geräte-ID, Geräteklasse,
  • Konfigurationen und Eigenschaften: von Peripheriegeräten und Netzwerkverbindungen,
  • Produkt- und Servicedaten: zu Gerätestatus, Leistung und Zuverlässigkeit sowie zum Konsum von Audio- und Videodateien. Letzteres soll allerdings nicht dazu verwendet werden, die Sehgewohnheiten von Nutzern zu protokollieren oder auszuwerten,
  • Daten zur Nutzung: Informationen über die Nutzung des Geräts, des Betriebssystems und einzelner Dienste,
  • Software-Setup und Inventarisierung: umfasst installierte Anwendungen und Installations-Historie sowie Informationen über Geräte-Updates.

Damit können die Anwender selbst entscheiden, ob sie diese Informationen an den Hersteller weiterreichen wollen.

2. Datenschutz-Dashboard wird erweitert

Mit dem Datenschutz-Dashboard können Anwender definieren, welche Daten an Microsoft übermittelt werden.

Hinzukommen wird die Option, sich einen Aktivitätsverlauf anzusehen. Das soll es Nutzern leichter machen, die Datenzugriffe auf alle Informationen, die mit ihrem Microsoft-Konto verbunden sind, zu kontrollieren.

Darüber hinaus können die Nutzer über die Datenschutz-Einstellungen des Systems weitere Zugriffe und Übermittlungen deaktivieren.

Da das Microsoft-Konto eventuell auch für den Zugriff auf andere Dienste genutzt wird, ist diese Erweiterung durchaus sinnvoll.

Datensparsamkeit?

Die neuen Werkzeuge gehen zwar in die richtige Richtung. Auf der anderen Seite stellt sich indes die Frage, ob es in Hinblick auf die Datensparsamkeit nicht sinnvoller wäre, generell darauf zu verzichten, diese Daten zu erheben.

Stephan Lamprecht