13. Mai 2015 - Bundesdatenschutzgesetz

Mehr Transparenz beim Scoring gefordert

Ein Gesetzentwurf zielt darauf ab, den Auskunfteien zur Einschätzung der Kreditwürdigkeit von Personen künftig nur noch die Nutzung von deutlich weniger Daten zu erlauben.

Mehr Transparenz und verbraucherfreundlichere Bedingungen beim Scoring Auskunfteien sollen künftig stärker kontrolliert werden und weniger Daten verwenden (Bild: nito100 / iStock / Thinkstock)

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat einen Entwurf zur Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes vorgelegt, der mehr Transparenz und verbraucherfreundlichere Bedingungen beim Scoring realisieren soll.

Um Wahrscheinlichkeitswerte einer ordnungsgemäßen Rückzahlung von Krediten zu ermitteln, sollen Scoring-Dienstleister demnach künftig weniger persönliche Informationen recherchieren und verwenden dürfen. So sieht der Gesetzentwurf vor, dass Adressen, Daten aus Sozialen Netzen oder Informationen aus Internet-Foren nicht mehr in die Bewertung einfließen sollen. Auch Angaben zur Staatsangehörigkeit, zum Geschlecht oder zu einer möglichen Behinderung sollen außen vor bleiben. Eine Speicherung dieser Angaben seien für eine Bonitätsprüfung nicht relevant und „diskriminierungsgeeignet“.

Der Gesetzentwurf fordert zudem einen besseren Informationsfluss von den Auskunfteien zu den betroffenen Personen. So ist vorgesehen, dass der Einsatz eines Scoring-Verfahrens vorab dem Verbraucher offengelegt werden muss. Durch eine jährliche Informationspflicht sollen Betroffene falsche Daten möglichst schnell korrigieren können. Diese verpflichtet Auskunfteien, Verbraucher einmal jährlich kostenlos und auch ohne vorherige Anfrage darüber zu informieren, welche Daten über sie gesammelt wurden und wie diese verwendet werden.

Daten über erledigte Sachverhalte müssen laut Entwurf spätestens nach sieben Jahren gelöscht werden. Die Einhaltung dieser vorgeschlagenen gesetzlichen Vorgaben sei durch eine jährliche Überprüfung der Auskunfteien durch die entsprechenden Aufsichtbehörden zu überprüfen.

fgo

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