22. November 2012 - Studie zum Online-Verhalten Jugendlicher

Massive Wissensdefizite

Eine in mehreren europäischen Ländern durchgeführte Studie zeigt auf, dass Heranwachsende meist anders mit dem Medium Internet umgehen, als dies ihre Eltern vermuten. Dieses Nicht-Wissen wird von vielen Teens sogar aktiv gefördert.

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Zwei Welten: was Teenager im Web treiben und was ihre Eltern darüber wissen (Bildquelle: Joujou/pixelio.de).

Die von McAfee beauftragte Untersuchung wurde in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden durchgeführt, pro Land wurden 200 Teenager im Alter von 13 bis 17 Jahren sowie jeweils 200 Eltern befragt.

Grundsätzlich gehen sowohl Eltern als auch Kinder von einem gegenseitigen Vertrauensverhältnis aus. So gaben 71,2 Prozent der befragten Teens an, dass ihre Eltern ihnen bei ihren Aktivitäten im Web vertrauen. Immerhin 63,3 Prozent der Eltern erklärten davon überzeugt zu sein, dass ihre Kinder keine für sie ungeeigneten Inhalte abrufen. Doch die Praxis zeichnet ein anderes Bild:

  • 41,7 Prozent der europäischen Teenager besuchen Webseiten, die ihre Eltern nicht erlauben würden.
  • 43,6 Prozent der europäischen Teenager schauten sich bewusst Videos an, mit deren Inhalt ihre Eltern nicht einverstanden wären.
  • 44,2 Prozent der Eltern äußerten, dass sie die Online-Aktivitäten ihrer Kinder herausfinden könnten, doch lediglich 25 Prozent der Teenager gaben an, dass sie nicht wissen, wie sie ihr Verhalten von ihren Eltern verbergen können.

Die Studie zeigt, dass viele Teenager in Europa gezielt Schritte unternehmen, um ihr Online-Verhalten vor den Eltern zu verheimlichen. 47,5 Prozent der Teenager verkleinern den Browser, wenn ihre Eltern das Zimmer betreten. 38,8 Prozent löschen die Browser-Historie, und 17,7 Prozent haben eine private E-Mail-Adresse, die ihren Eltern nicht bekannt ist.

Trotz der vielen Medienberichte über die Gefahren in Verbindung mit Daten- und Identitäts-Diebstahl sind Teenager oft nicht besorgt, wenn es um die Angabe persönlicher Details im Internet geht. Und auch den Eltern sind die Gefahren, die mit der Veröffentlichung dieser Informationen einhergehen, zu selten bekannt:

  • 23 Prozent der Teenager haben keine Bedenken, ihre E-Mail-Adressen online zu verteilen und nahezu ein Viertel der Eltern sehen hier keine Gefahren.
  • Mehr als ein Drittel der Teenager sagten, dass sie keine Bedenken haben, ein Foto von sich online zu veröffentlichen und auch keine Probleme damit hätten, ihr Aussehen in Postings zu beschreiben.
  • 20,9 Prozent der Teenager haben ihr Geburtsdatum online veröffentlicht. In Deutschland sind dies sogar 28,5 Prozent.
  • 12 Prozent der Teenager denken, dass das Posten intimer persönlicher Details kein Risiko darstellt. 16,6 Prozent der Eltern denken ebenso.
  • Erschreckenderweise haben 9,5 Prozent der Teenager gar keine Bedenken, detaillierte Angaben über Zeit und Ort eines Treffens zu machen. 16,7 Prozent der Eltern haben diesbezüglich ebenfalls keine Bedenken.

(22.11.2012/fgo)

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