12. Oktober 2015 - Praxistipps für Unternehmen

Leitfaden für Big Data

Mit einem Leitfaden will der Branchenverband Bitkom Unternehmen den Einsatz von Big-Data-Technologien vereinfachen. Da die meisten Menschen große Datenansammlungen argwöhnisch betrachten, soll der Leitfaden Unternehmen darüber hinaus dazu anhalten, Big Data verantwortungsvoll zu nutzen.

Der Leitfaden Big Data hilft Unternehmen Big Data, also die Nutzung umfangreicher Datensammlungen durch Unternehmen, weckt bei vielen Menschen noch Misstrauen (Bild: Wavebreakmedia Ltd / Wavebreak Media / Thinkstock)

Die Leitlinien für den Big-Data-Einsatz sind als PDF-Dokument kostenlos erhältlichen  und weisen den stattlichen Umfang von 108 Seiten auf. Ziel sei es, mit diesem Positionspapier „… zu informieren, zu sensibilisieren und einen Anstoß für den gesellschaftlichen Diskurs zu geben.“, so der Interessenverband Bitkom.

Reichlich Praxisbeispiele

Der Leitfaden konzentriert sich auf zwei Schwerpunkte:

  • Dabei zeigt er zunächst anhand zahlreicher Beispielanwendungen aus unterschiedlichen Bereichen den Nutzen, den Big-Data-Anwendungen für die Verbraucher und die Gesellschaft insgesamt mit sich bringen können.
  • Danach entwickelt er Positionen zu Fragestellungen, die im Zusammenhang mit Big-Data-Anwendungen im Fokus des öffentlichen Interesses stehen. Dazu gehören unter anderem der Datenschutz bei Big Data, die Vertrauensentwicklung, die Transparenz, die automatisierte Datensammlung sowie die ethische Fundierung.

Leitlinien für den Big-Data-Einsatz im Einzelnen

Aus den Folgerungen hat die Bitkom anschließend folgende Leitlinien für den Big-Data-Einsatz abgeleitet:

  1. Nutzen der Big-Data-Anwendungen prüfen
  2. Anwendungen transparent gestalten
  3. Bevorzugt anonymisierte oder pseudonymisierte Daten verarbeiten
  4. Interessen der Beteiligten abwägen
  5. Einwilligungen transparent gestalten
  6. Nutzen für Betroffene schaffen
  7. Governance für personenbezogene Daten etablieren
  8. Daten wirksam gegen unberechtigte Zugriffe schützen
  9. Keine Daten zu ethisch-moralisch unlauteren Zwecken verarbeiten
  10. Datenweitergabe nach Interessenabwägung ermöglichen
  11. Selbstbestimmtes Handeln ermöglichen
  12. Politische Rahmenbedingungen vervollkommnen – Datenschutz und Datennutzen neu abwägen

Skeptische Öffentlichkeit

Laut einer Bitkom-Umfrage finden es 82 Prozent der Internetnutzer in Deutschland „unheimlich“, dass ihre Entscheidungen durch neue Technologien der Datenauswertung vorhersehbar werden.

„Wir müssen besser erklären, was mit Big Data möglich ist“, so Susanne Dehmel, Bitkom-Geschäftsleiterin Vertrauen & Sicherheit. „Und wir brauchen eine offene gesellschaftliche Diskussion darüber, wozu wir diese Technologien einsetzen wollen – und auf worauf wir verzichten sollten.“

Ziel der Digitalwirtschaft sei es, bei allen Anwendungen die Privatsphäre der Menschen zu respektieren, Freiheitsrechte zu bewahren und Missbrauch zu verhindern. Daher müssten „der Nutzen von Anwendungen und der Schutz persönlicher Daten immer wieder neu abgewogen werden“.

fgo

Sie glauben, Sie hätten noch so viel Zeit? Falsch! Es gibt mehr zu tun, als Sie vielleicht denken! ▶ Zeit zu handeln