12. Oktober 2012 - Benutzer-Tracking durch Webseiten

Kritik an der Standardisierung von Do-not-Track

Das Verfahren Do-not-Track (DNT) für Webbrowser soll beim Surfen im Internet mehr Datenschutz gewährleisten. Doch jetzt kritisiert die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Neelie Kroes die zögerliche und wohl halbherzige Umsetzung eines entsprechenden Standards durch das World Wide Web Consortium (W3C).

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EU-Kommissarin Neelie Kroes ist unzufrieden mit der anstehenden Standardisierung von DNT (Quelle: European Union 2012 PE-EP).

In einer Pressemeldung zeigt sich die für die Digitale Agenda zuständige EU-Kommissarin besorgt über den Status quo der Standardisierung. Zwar hätten mehrere Browser-Hersteller bereits DNT-Funktionen in ihre Software eingebaut, doch das W3C hinke mit der Normierung hinterher.

Zudem befürchtet Kroes, dass die strengen EU-Vorgaben zum Datenschutz über DNT nur verwässert übernommen werden. Die EU fordert unter anderem, dass Anwender über die DNT-Einstellungen bei der Installation beziehungsweise dem ersten Einsatz eines Browsers ausführlich informiert werden oder DNT alternativ automatisch aktiviert werde. Auch müsse sichergestellt sein, dass Webseiten diese Benutzereinstellung nicht ignorierten oder veränderten. Insbesondere vonseiten US-amerikanischer Werbe- und Marketingunternehmen kommen hingegen Forderungen, die verhaltensbezogene Werbung per se zuzulassen, da sie ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor sei.

Über DNT kann ein Anwender einer Webseite oder einer Internet-Applikation mitteilten, dass er nicht wünscht, dass Informationen zu seinen Online-Aktivitäten über Cookies erfasst, abgerufen und personenbezogen verwendet werden. Die Einstellungen von DNT werden von einer Website über eine Angabe im Header abgefragt, an deren Standardisierung das W3C derzeit arbeitet.

 

(12.10.2012/fgo)

 

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