23. November 2011 - Android

Kostenlose Virenscanner versagen im Test

Computerviren verbreiten sich zunehmend auf Smartphones und Tablet-PC. Sie gefährden die Privatsphäre und spionieren Kontaktdaten und Termine aus. Antivirenschutz sollte deshalb eine Selbstverständlichkeit sein. Dessen Zuverlässigkeit lässt aber noch zu wünschen übrig, stellt das AV-Test Institut fest.

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Malware bedroht zunehmend auch Android-Systeme (Foto: Google)

Smartphones, Netbooks, Tablet-PCs – mobile Computer werden immer beliebter, um auch unterwegs im Internet zu surfen, Mails zu lesen oder zu arbeiten. Ein großer Teil dieser Geräte basiert auf dem Betriebssystem Android.

Unter den Programmen, den sogenannten Applications (Apps), die für diese Geräte entwickelt werden, verbergen sich auch zusehends mehr Schadprogramme, die persönliche Daten ausspähen und an kriminelle Hacker weiterleiten.

Neun Antivirus-Programme im Test

Dagegen gibt es eine Reihe von Antivirus-Programmen, die vorgeben, das Gerät zuverlässig vor Schadsoftware zu schützen.

Neun dieser Apps hat das Magdeburger AV-Test Institut getestet. Überprüft wurden sieben kostenlose Schutzprogramme, die über den Android-Market geladen wurden. Zum Vergleich wurden noch die kostenpflichtigen Produkte der bekannten Sicherheitsfirmen Kaspersky und F-Secure herangezogen.

Alle Programme mussten sich im On-Demand-Scan beweisen sowie zehn besonders weit verbreitete ausgewählte Malware-Apps bei der Installation auf dem Testgerät erkennen.

Kostenpflichtige Programme erzielten die besten Ergebnisse

Der Test umfasste die Wächter-Funktion als auch das vollständige Absuchen des Gesamtsystems. Dabei waren maximal 172 verseuchte Dateien zu finden. Auf den Prüfstand kamen neben Kauf-Software die Programme „Antivirus Free” von Creative Apps (1.3.1), „BluePoint AntiVirus Free” (4.0.14), „GuardX Antivirus” (2.3), „Kinetoo Malware Scan” (1.6.9), „LabMSF Antivirus beta” (1.0), „Privateer Lite” (2.1.4) und „Zoner AntiVirus Free” (1.2.4).

Die Ergebnisse waren höchst unterschiedlich. Die besten Ergebnisse erzielten die beiden kostenpflichtigen Programme, sie erkannten mindestens die Hälfte der infizierten Dateien. Das beste kostenlose Programm „Zoner AntiVirus Free“ kam auf 32 Prozent, alle anderen Scanner im Test lagen unter zehn Prozent.

Wächter-Programme versagen

Erschreckend sei das Ergebnis der Wächter-Funktion, die den Benutzer bei der Installation einer bösartigen Malware-App warnen soll, berichten die Anti-Malware-Tester. Auch hier konnten nur die Mobilvarianten von F-Secure und Kaspersky überzeugen, sie fanden alle Bedrohungen. Das „Zoner AntiVirus Free“-Programm kam immerhin noch auf acht von zehn Erkennungen, alle anderen getesteten kostenlosen Schutz-Apps fielen nahezu komplett durch.

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„Die Anzahl der Installationen, die im offiziellen Android-Market angegeben wird, zeigt, dass viele Nutzer den kostenlosen Programmen vertrauen, obwohl sie keinen zuverlässigen Schutz bieten. Die Verbreitung von offensichtlich schlechten Schutz-Programmen gefährdet diejenigen, die sich darauf verlassen“, warnt Andreas Marx, Geschäftsführer von AV-Test.

Die ausführlichen Testberichte sind auf der AV-Test-Webseite zu finden.

23.11.2011 (AV-Test/BM)

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