Gratis
22. Juni 2017 - Datensicherheit in Unternehmen

Datenpannen in USA doppelt so teuer wie in Deutschland

Laut einer aktuellen Studie sind die Kosten, die eine Datenpanne oder ein Datendiebstahl verursacht, in Deutschland und weiteren EU-Ländern gesunken. In anderen Regionen kommt Unternehmen der Verlust digitaler Informationen allerdings teurer zu stehen.

Datenverlust: USA teurer als EU Datenverluste kommen Unternehmen teuer zu stehen. Wie teuer es wird, ist unter anderem vom Standort abhängig. (Bild: breeze393 / iStock / Thinkstock)

Studie: Kosten durch Datenpannen

Wie die vom Ponemon Institute durchgeführte und von IBM unterstützte Studie „Cost of Data Breach“ ausweist, betragen die durchschnittlichen Kosten einer Datenpanne in Deutschland im Jahr 2017 3,42 Millionen Euro.

Das bedeutet einen Rückgang der Kosten um 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Pro verlorenen Datensatz müssen hierzulande durchschnittlich 149 Euro investiert werden.

Globale Unterschiede

Die seit 2012 jährlich durchgeführte Studie zeigt, dass dies ein europäisches Phänomen ist. So fielen laut Ponemon die Gesamtkosten in EU-Ländern um 26 Prozent.

Vor allem in europäischen Ländern wie

  • Deutschland,
  • Frankreich,
  • Italien oder
  • Großbritannien

sinken die Kosten im Fall einer Datenpanne.

Die Verlierer der Studie sind neben den USA auch

  • der mittlere Osten,
  • Japan,
  • Südafrika und
  • Indien,

wo Organisationen bei Datenlecks steigende Kosten verzeichnen.

Teures Pflaster USA

Am teuersten sind Datenpannen in den USA. Hier stiegen die Kosten im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent.

Die durchschnittlichen Kosten von 7,35 Millionen US-Dollar sind mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland.

Europaweite Gesetzgebung senkt Kosten

Im Vergleich der elf Länder und zwei Regionen, die untersucht wurden, stellte IBM Security einen Zusammenhang zwischen der Reaktion auf Regulierungsvorschriften in Europa und den Gesamtkosten von Datenpannen fest.

Global gesehen sinken die Kosten für Datenpannen im Jahr 2017 deshalb um zehn Prozent auf 3,62 Millionen US-Dollar.

IBM zeigt sich davon überzeugt, dass diese Entwicklung auch darauf zurückzuführen sei, dass Datenpannen in Europa strengeren Meldevorschriften unterliegen als in den USA.

DSGVO hilft bei Ersparnis

Zudem bestünde in Europa seit 1995 ein rechtlicher Rahmen, der in Kürze durch die neue Europäische Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) abgelöst wird.

In den USA hätten dagegen 48 von 50 Staaten eigene Gesetze verabschiedet, die Regularien für den Fall einer Datenpanne schaffen.

Entsprechend müssten US-amerikanische Unternehmen im Gegensatz zu europäischen mehr Vorschriften beachten und sich darauf vorbereiten. Dies könne große Kosten verursachen und wertvolle Ressourcen binden.

Zeit ist Geld

Laut Studie hat die Schnelligkeit, mit der eine Cyberattacke eingedämmt wird, direkten Einfluss auf die Kosten des Datenlecks.

So waren die Kosten bei Unternehmen, die Datenpannen innerhalb eines Monats beheben konnten, um eine Million Dollar niedriger als diejenigen der Unternehmen, deren Datenpanne länger als einen Monat andauerte.

Die Studie zeigte hier jedoch noch große Defizite auf. Demnach benötigen Unternehmen derzeit im Durchschnitt mehr als sechs Monate, um eine Datenpanne zu entdecken.

Weitere 66 Tage benötigt durchschnittlich die Behebung der Datenpanne.

fgo

Sie glauben, Sie hätten noch so viel Zeit? Falsch! Es gibt mehr zu tun, als Sie vielleicht denken! ▶ Zeit zu handeln