18. April 2012 - ELENA-Daten gelöscht

Jetzt sind sie weg

Nach dem Stopp des ELENA-Verfahrens sind jetzt sämtliche personenbezogenen Daten sowohl juristisch als auch physikalisch gelöscht. ELENA-Kritiker Prof. Dr. Peter Wedde (Bild) erklärt gegenüber Datenschutz PRAXIS: „Ich finde es erfreulich, dass die Löschung der Daten jetzt abgeschlossen ist. Wichtig wäre es aber zudem zu betrachten, welche enormen Euro-Beträge durch das Verfahren vernichtet worden sind.“

jetzt-sind-sie-weg.jpeg
Prof. Dr. Peter Wedde freut sich über die Löschung der ELENA-Daten, beklagt aber die Kosten der verfassungswidrigen Unternehmung (Foto: Monika Werneke)

Der erklärte Kritiker des ELENA-Verfahrens Wedde ist wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Datenschutz, Arbeitsrecht und Technologieberatung d+a consulting. Er meint: „Bei solchen Vorhaben wäre eigentlich eine ‚IT-Folgekostenabschätzung‘ dringend erforderlich, um die finanziellen Risiken zu verdeutlichen.“

Mehr zum Thema ELENA


Schaar bestätigt endgültige Löschung der ELENA-Daten 

Zum Hintergrund: Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Peter Schaar, hat sich nach dem Stopp des ELENA-Verfahrens davon überzeugt, dass sämtliche personenbezogenen Daten gelöscht sind, die im Rahmen dieses Verfahrens bei der früheren Zentralen Speicherstelle und der Registratur Fachverfahren gespeichert waren.

Unterschied zwischen juristischer und physikalischer Löschung

Bereits wenige Tage nach dem Inkrafttreten des Gesetzes über die Aufhebung des ELENA-Verfahrensgesetzes Anfang Dezember 2011 wurden sämtliche Schlüssel für die ELENA-Daten durch den Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit vernichtet, der den Datenbankhauptschlüssel verwaltet hatte.

Damit galten zwar die ELENA-Daten juristisch bereits als gelöscht – gleichwohl hatten sich alle am ELENA-Verfahren Beteiligten darauf verständigt, die Daten auch physikalisch zu löschen, auch wenn keine Möglichkeit der Entschlüsselung mehr bestand.

Zu diesem Zweck wurden Verfahren entwickelt, die den Sicherheitsstandards für die Löschung staatlicher Geheimnisse entsprechen, um die Daten sowohl bei der Zentralen Speicherstelle als auch bei der Registratur Fachverfahren sicher zu löschen.

18.04.2012 (Andrea Stickel/BfDI)

Sie glauben, Sie hätten noch so viel Zeit? Falsch! Es gibt mehr zu tun, als Sie vielleicht denken! ▶ Zeit zu handeln