19. September 2011 - Geldwäsche

Jede vierte Verdachtsanzeige durch Phishing-Betrug

Das Bundeskriminalamt veröffentlicht den Jahresbericht 2010 zur Geldwäsche. Demnach steht mehr als jede vierte Verdachtsanzeige im Zusammenhang mit Phishing-Betrug.

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Geldwäsche gelingt dank Phishing-Betrug (Foto: iStockphoto)

Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) haben am vergangenen Freitag über aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet der Bekämpfung und Verhinderung von Geldwäsche berichtet. Das BKA legt dazu den Jahresbericht der Financial Intelligence Unit (FIU) Deutschland vor.

Anstieg der Phishing-Fälle ist schuld

Danach gingen im Berichtsjahr 2010 bei der FIU Deutschland als Zentralstelle für Verdachtsanzeigen zur Bekämpfung der Geldwäsche insgesamt über 14.000 Meldungen ein.

Mehr als jede vierte Verdachtsanzeige (insgesamt 3.086) steht im Zusammenhang mit Finanzagenten. Gegenüber dem Vorjahr sei dies einen Anstieg um 29 Prozent.

Finanzagenten – Financial Agents – werden angeworben, um ihr Privatkonto für geldwäscherelevante Transaktionen zur Verfügung zu stellen und die Beträge, in der Regel gegen Provision, an Hinterleute im Ausland oder zur weiteren Verschleierung von Zahlungsvorgängen an andere Finanzagenten weiterzuleiten.

Maßgeblich für die wachsende Bedeutung von Finanzagenten dürfte laut BKA-Präsident Jörg Ziercke der signifikante Anstieg der Phishing-Fälle beim Online-Banking im Jahr 2010 sein. Deren Zahl hat sich 2010 um 82 Prozent auf 5.331 erhöht, und in der Folge ist der Bedarf an Finanzagenten gestiegen.

Neue Methoden beim Geldtransfer

Aktuell sei zu beobachten, dass Finanzagenten dazu übergehen, die inkriminierten Gelder nicht mehr unmittelbar in bar abzuheben und dann über einen Finanztransferdienstleister ins Ausland weiterzuleiten, sondern zur Verschleierung des Geldflusses an ein weiteres zwischengeschaltetes Konto eines zweiten Finanzagenten zu überweisen.

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Zunehmend erwerben die Finanzagenten auch hochwertige Waren, wie zum Beispiel Computer, Mobiltelefone und TV-Geräte, und versenden sie gegen Provision an von den Hinterleuten vorgegebene Adressen.

Der Jahresbericht der Financial Intelligence Unit lässt sich auf der Seite des BKA abrufen.

19.09.2011 (BKA/BM)

 

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