15. Juni 2015 - Nur Basisschutz

IT-Sicherheit: Nachbesserungsbedarf bei Unternehmen

Firmen in Deutschland setzen zwar den über das Betriebssystem realisierten Basisschutz für ihre Computer ein. Sie investieren aber noch zu selten in umfassende Sicherheitsmaßnahmen.

In deutschen Unternehmen fehlt es noch an umfassender Sicherheit Viele Unternehmen vertrauen auf den Basisschutz ihrer IT und verzichten auf weitergehende Sicherheitsmaßnahmen (Bild: tonymelony / iStock / Thinkstock)

Virenscanner, Firewall und Passwortschutz für den Rechnerzugang zählen zur Standardausstattung aktueller Betriebssysteme und werden auch von Unternehmen in Deutschland genutzt. Andere empfehlenswerte Maßnahmen wie die Verschlüsselung von Festplatten oder der E-Mail-Korrespondenz sind aber nur bei einer Minderheit im Einsatz. Das zeigt eine Umfrage des BITKOM im Auftrag des Digitalverbands BITKOM unter 1.047 Sicherheitsverantwortlichen von Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitern.

Schwachstelle Verschlüsselung

Laut dieser Umfrage verschlüsseln immerhin vier von fünf (80 Prozent) Unternehmen ihre Netzwerkverbindungen. Dagegen verschlüsselt nicht einmal die Hälfte (45 Prozent) Daten auf Festplatten oder anderen Datenträgern, lediglich 40 Prozent setzen auf eine Verschlüsselung ihres E-Mail-Verkehrs. Nur 29 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über eine Absicherung gegen Datenabfluss von innen (Data Leakage Prevention) und nicht einmal ein Viertel (23 Prozent) über spezielle Angriffserkennungssysteme für Attacken von außen (Intrusion Detection).

Aus Schaden werden die wenigsten klug

Untermauert werden diese Aussagen durch die Resultate einer internationalen Studie, die RSA durchführte. RSA Cybersecurity Poverty Index weist aus, dass 75 Prozent der befragten IT-Spezialisten signifikante IT-Sicherheitsrisiken für ihr Unternehmen sehen und das realisierte Sicherheitsniveau als zu niedrig einstufen. Auch der Sinnspruch „Aus Schaden wird man klug“ gilt nur für eine Minderheit: Die Unternehmen von zwei Dritteln der Umfrageteilnehmer waren bereits Opfer von Cyberangriffen – aber nur 22 Prozent der Befragten sehen ihre Firma heute besser geschützt als vor der Attacke.

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