24. April 2011 - Apple

iPhone speichert ungefragt Standortdaten

Die Entwickler Pete Warden und Alasdair Allan zeigten auf einer Konferenz in San Francisco, wie handelsübliche iPhone und iPad ohne Zutun der Benutzer umfangreiche Standortdaten speichern.

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iPhone speichert umfangreiche Standortdaten von Kunden (Kigoo Images/pixelio.de)

Das iPhone zeichnet ständig und standardmäßig die Ortsdaten der Nutzer auf und speichert sie in einer Datei auf dem Gerät. Bei der Synchronisation mit dem Computer wird die Datei auf diesem unverschlüsselt abgelegt.

Dass die vollständige Datei beim Wechsel auf ein neues iPhone aus den Backups des Altgeräts überspielt wird, interpretieren die Entwickler als Beleg dafür, dass die Datensammlung nicht zufällig ist.

Riesige Datenbank mit Geodaten

Die Datei enthält Geokoordinaten des Handys zusammen mit  Zeitstempel, die teilweise im Sekundentakt erstellt werden. Warden und Allan stellen auf ihrer Webseite ein kleines Programm bereit, mit dem sich diese Daten einfach auslesen lassen.

Eine Ungenauigkeit in den Rohdaten deutet darauf hin, dass die Ortsdaten nicht mittels GPS, sondern anhand der Signallaufzeiten zu den Funktürmen ermittelt werden.

Durch Apples Datenschutzrichtlinie gedeckt

Warden und Allan mutmaßen, dass die Tracking-Funktion im Juni 2010 mit dem Update auf iOS 4 eingeführt wurde. Dieser Vorgang wird von Apples Datenschutzrichtlinie vom Juni 2010 gedeckt.

In einem Absatz lässt sich das Unternehmen pauschal erlauben, „präzise Standortdaten“ zu erheben, zu nutzen und diese weiterzugeben, einschließlich „des geografischen Standorts Ihres Apple-Computers oder Geräts in Echtzeit“.

Mehr zum Thema: iPhone

Die Abfrage von Positionsdaten durch iPhones ist schon länger bekannt. Bereits seit 2008 sammelt Apple mit Hilfe der iPhones weltweit Informationen über Mobilfunkmasten und W-Lan-Hotspots.

Daten werden anscheinend nicht an Apple übertragen

Der Konzern hat aus diesen Informationen eine eigene Datenbank aufgebaut und nutzt sie, um eine Funktion des iPhones zur Positionsbestimmung zu verbessern. Derzeit gibt es laut der Forscher keine Hinweise darauf, dass die Protokolldatei an Apple übertragen werde.

21.04.2011 (Pete Warden/BM)

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