10. Februar 2015 - Verschlüsselung

Informatiker fordern Verschlüsselung ohne Hintertüren

Innenminister de Maizière möchte dagegen allerdings zusammen mit ausländischen Kollegen den Strafverfolgungsbehörden geheime Schlüssel der Internetnutzer zugänglich machen.

Verschlüsselte Daten sollen laut Forderung der GI auch künftig vor Mitlesern geschützt sein Verschlüsselte Daten sollen laut Forderung der GI auch künftig vor Mitlesern geschützt sein (Bild: flown /pixelio.de)

Anlässlich des internationalen Forums für Cybersicherheit in Lille hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière gefordert, dass deutsche Behörden in der Lage sein müssten, verschlüsselte Kommunikation zu entschlüsseln oder die Verschlüsselung zu umgehen. „Das Handeln krimineller und terroristischer Bestrebungen findet auch in der virtuellen Welt statt. Verschlüsselte Internetkommunikation macht an Landesgrenzen aber nicht halt. Deshalb sind der Schutz des Internets, die Gewährleistung bestmöglicher Cybersicherhei, und die Bekämpfung von Cyberkriminalität, Cyberspionage und Cyberterrorismus Herausforderungen, die nur mit guter internationaler Zusammenarbeit bewältigt werden können.“

Damit folgt de Maizière ähnlichen Forderungen, die bereits vom britischen Premier David Cameron und von US-Präsident Obama formuliert wurden. Auf diesen Schulterschluss, der darauf abzielt, den Strafverfolgungsbehörden geheime Schlüssel der Internet-Nutzer zugänglich zu machen, hat der Arbeitskreis „Datenschutz und IT-Sicherheit“ der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) reagiert. Die GI ist nach eignen Angaben mit rund 20.000 Mitgliedern die größte Vertretung von Informatikerinnen und Informatikern im deutschsprachigen Raum.

„Das große Risiko der Schlüsselhinterlegung liegt darin, dass sich Dritte (fremde Nachrichtendienste, spionierende Unternehmen, die organisierte Kriminalität etc.) unberechtigt Zugriff auf die zentral hinterlegten Schlüssel verschaffen und damit bundesweit jegliche elektronische Kommunikation entschlüsseln und mitlesen“, so Arbeitskreissprecher Hartmut Pohl.

In einer Welt der vernetzten Internetkommunikation sei eine wirksame Datenverschlüsselung daher der einzige technisch effektive Mechanismus zum Schutz der Kommunikation für Unternehmen vor allem gegen Wirtschaftsspionage und -sabotage und von Privaten gegen den Zugriff auf ihre personenbezogenen Daten. Die staatliche Förderung effektiver Verschlüsselungsmechanismen sei deshalb nach Grundgesetz und Europäischer Menschenrechtskonvention für alle staatlichen Stellen eine zwingende verfassungsrechtliche Verpflichtung. Jegliche Beschränkung der Verschlüsselung inklusive einer staatlichen Schlüsselverwaltung fördere den Verlust von Vertraulichkeit.

fgo

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