3. Dezember 2015 - Cyber Security Report 2015

Industrie 4.0: Sicherheitssorgen bei der Realisierung

Die Mehrheit der Entscheider aus Politik und Wirtschaft sehen in der IT-Sicherheit die größte Herausforderung für die flächendeckende Umsetzung von Industrie 4.0. Denn sie geht davon aus, dass das Risiko von Angriffen steigt.

IT-Sicherheit ist großes Risiko bei Industrie 4.0 Cyber- und Datenrisiken dominieren die Risikoerwartungen der Entscheider aus Politik und Wirtschaft (Bild: outline205 / iStock / Thinkstock)

Der Cyber Security Report der Telekom für das Jahr 2015, erstellt vom Institut für Demoskopie Allensbach und dem Centrum für Strategie und Höhere Führung Bodman, widmet sich schwerpunktmäßig dem Thema Industrie 4.0.

Die befragten Entscheider aus Politik und Wirtschaft sehen zu fast 90 Prozent die IT-Sicherheit als die größte Herausforderung für die flächendeckende Umsetzung einer intelligenten Vernetzung von Menschen, Maschinen und Produktionsprozessen. Die große Mehrheit der Führungskräfte (84 Prozent) ist davon überzeugt, dass mit Industrie 4.0 das Risiko von Angriffen steigen wird.

Festgestellt wurde auch ein steigendes Interesse an der umfassenden Vernetzung der Prozesse aus Fertigungstechnik und Logistik:

  • War der Begriff Industrie 4.0 im Jahr 2014 erst 38 Prozent der Unternehmen bekannt, sind es heute schon fast doppelt so viele (74 Prozent).
  • Nicht einmal ein Viertel der Entscheider (24) hat sich bislang allerdings intensiver mit Industrie 4.0 beschäftigt.

IT-Risiken wecken bei Industrie 4.0 die meisten Bedenken

Unter den sieben größten Risiken finden sich laut Report fünf wieder, die mit IT- und Datensicherheit zusammenhängen:

  • 70 Prozent der Entscheider sehen Computerviren als großes Risiko an
  • 67 Prozent den Datenbetrug im Internet
  • 63 Prozent den Missbrauch von persönlichen Daten durch andere Nutzer in sozialen Netzwerken
  • 52 Prozent den Missbrauch von persönlichen Daten durch Unternehmen

Auch die Erwartungen zu künftigen Risikoentwicklungen unterstreichen die zuvor beschriebenen Trends. So gehen mit 36 Prozent erneut mehr Entscheider als in den Vorjahren davon aus, dass das Risiko von Datenmissbrauch stark zunehmen wird.

Risiko staatliche Überwachung

Eine andere Facette der IT- und Datensicherheit ist die staatliche Überwachung der Bürger, insbesondere der Internet- oder Telefonverbindungen:

  • 49 Prozent der Entscheider sehen in der Überwachung deutscher Bürger durch ausländische Staaten ein großes Risiko für die Bevölkerung
  • 19 Prozent in der Überwachung durch den deutschen Staat

Wie in früheren Jahren unterscheiden sich die Entscheider in ihrer Einschätzung gesellschaftlich relevanter Risiken teilweise erheblich vom Bevölkerungsdurchschnitt. Das zeigt der direkte Vergleich der Einschätzungen von Entscheidern und Bevölkerung:

  • Die Entscheider aus Politik und Wirtschaft messen Cyber- und Datenrisiken mehr Bedeutung bei als die Bevölkerung.
  • Die Bevölkerung sieht hingegen vor allem in materiellen Risiken, aber auch in der klassischen Kriminalität das höhere Bedrohungspotenzial.

So stellen Computerviren für 70 Prozent der Entscheider, aber nur für 39 Prozent der Bevölkerung ein großes gesellschaftliches Risiko dar.

fgo

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