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26. Januar 2018 - Cloud Computing

IBM sichert Cloud gegen US-Zugriff ab

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Die Sicherheitsbehörden der USA planen, auf Personendaten zuzugreifen, die außerhalb der Vereinigten Staaten gespeichert sind. Und das kann auch die personenbezogenen Informationen von Europäern betreffen. IBM tritt dem mit einer eigenen Strategie entgegen.

IBM versucht US-Zugriff auf deutsche Cloud zu verhindern Wie lassen sich Cloud-Lösungen gegen Zugriffe Dritter absichern? (Bild: iStock.com / cnythzl)

Derzeit ist vor dem Obersten Gerichtshof der USA ein spannendes Verfahren anhängig: In seinem Verlauf entscheidet das Gericht darüber, ob es US-Behörden erlaubt sein soll, Zugriff auf Personendaten zu verlangen, selbst wenn diese außerhalb der USA gespeichert sind.

Das sehen sowohl die europäischen Datenschützer als auch Branchenverbände wie Bitkom mit großer Sorge. Denn faktisch würde damit der europäische Datenschutz ausgehebelt.

Abriegelung des deutschen Cloud-Zentrums

Wie für alle anderen IT-Konzerne ist auch für IBM das Cloud Computing ein wichtiges Geschäftsfeld. Als Reaktion auf die Sorgen der europäischen Kunden um die Sicherheit ihrer Daten hat sich IBM dazu entschieden, sein deutsches Cloud-Rechenzentrum in Frankfurt für Zugriffe aus Übersee abzuriegeln.

Laut Mitteilung des Unternehmens ist es technisch nicht mehr möglich, außerhalb der EU auf die dort gespeicherten Daten zuzugreifen.

Ausgenommen von der Abriegelung sind lediglich die Mitarbeiter der Kundenfirmen selbst. So haben diese auch Zugriff auf die Informationen, wenn sie sich auf Dienstreisen befinden.

Ob die Maßnahme letztlich gegen Auskunftsersuchen von US-Behörden hilft, muss allerdings erst die Zukunft zeigen.

Microsoft setzt auf Treuhändermodell

Auch Microsoft hat bereits Vorsorge gegen Zugriffe von Dritten auf seine Cloud-Dienste getroffen.

Dabei bedient sich der Konzern eines Treuhändermodells in Kooperation mit T-Systems:

  • Die Telekom-Tochter kontrolliert den Zugriff auf die Daten, die im deutschen Rechenzentrum von Microsoft gespeichert sind.
  • Das stellt sicher, dass der Zugriff durch Dritte nur unter Einhaltung des bundesdeutschen Rechtswegs erfolgt.
  • Microsoft selbst hat keinen Zugriff auf die Daten.

Stephan Lamprecht