8. Juli 2015 - Datendiebstahl

Hacker gehackt

Ein Hersteller von Spionage-Software wurde erfolgreich von Hackern attackiert – knapp 500 Gigabyte teilweise hochbrisanter Daten wurden entwendet.

Ein Hersteller von Spionage-Software wurde gehackt. Durch eine Cyber-Attacke wurden zahlreiche sensible Informationen eines umstrittenen Software-Anbieters publik. (Bild: OcusFocus / iStock / Thinkstock)

Datenschutz und das Recht auf Privatsphäre spielen in der Philosophie des italienischen Unternehmens Hacking Team nur eine höchst untergeordnete Rolle: Der Software-Hersteller erwirtschaftet Umsätze mit Überwachungs-Software und vertreibt diese auch an Institutionen in totalitären Staaten. Bereits 2013 wurde die Firma daher von Reporter ohne Grenzen zum „Feind des Internet“ erklärt.

Jetzt ist das Hacking Team selbst Opfer eines Angriffs geworden: Unbekannte Hacker haben die IT-Infrastruktur des Unternehmen attackiert und dort mindestens 480 Gigabyte an digital gespeicherten Informationen kopiert.

Unter anderem sind davon die Handbücher des „Remote Control Systems“ betroffen, die vom Online-Magazin „The Intercept“ veröffentlicht wurden. Unter dem Namen Remote Control Systems (RCS) vertreibt das Hacking Team Programme, die es erlauben, die Kommunikationen über E-Mails, SMS und Telefonate zu überwachen, Geokoordinaten zu erfassen und die remote Steuerung von Geräten zu übernehmen. Auch die „Technische Anleitung“ mit Anweisungen, wie die Software für den Anwender unbemerkt zu installieren sei, wurden im Web publiziert.

Weiterhin wurden auf CSO Informationen zu den Kunden von Hacking Team veröffentlicht. So finden sich in der Kundenliste Staaten wie Saudi Arabien, Ägypten, Sudan, Russland, Nigeria und Libanon. Auch deutsche Abnehmer sollen die Software des Unternehmens bezogen haben.

fgo

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