8. Juni 2013 - US-Geheimdienst

Großer Lauschangriff durch die NSA

Die US-amerikanische Geheimdienstorganisation NSA soll Telefondaten abgezapft sowie auch auf Daten bei neun großen IT-Unternehmen zugegriffen haben.

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Der US-Geheimdienst NSA respektiert bei seinen Bespitzlungsaktionen keine Staatsgrenzen (Bildquelle: Gerd Altmann/pixelio.de).

Wie die britische Zeitung The Guardian berichtet, zapft die National Security Agency (NSA)  die Telefondaten von Millionen von US-Kunden des Telekommunikationsunternehmens Verizon ab. Der Zeitung liege ein entsprechendes Dokument vor, das dieses bestätige. Dabei handele es sich um einen Gerichtsbeschluss, der Verizon ohne Einschränkung auffordere,  unter anderem die Rufnummern von Anschlüssen, ortsbezogene Daten sowie Dauer und Uhrzeit von Anrufen preiszugeben.

Von Apple bis Yahoo

Über einen weiteren Bespitzelungsfall durch die NSA berichtet die US-amerikanische Washington Post und nimmt Bezug auf eine interne Präsentation für leitende NSA-Analysten, die der Zeitung zugespielt wurde. Demnach habe die NSA im Jahr 2007 eine Aktion namens PRISM gestartet,  um direkt auf die Daten großer IT-Unternehmen zuzugreifen. Dabei handele es sich um Videos, Fotos, E-Mails, Dokumente und Kontaktinformationen. Hiervon betroffen sind laut Bericht die Firmen Microsoft, Yahoo, Google, Facebook, PalTalk, AOL, Skype, YouTube und Apple.

Laut einer offiziellen Stellungnahme der US-Geheimdienstbehörden durch James R. Clapper (Director of National Intelligence) handele es sich bei den Daten um Informationen von Nicht-US-Bürgern, die sich  außerhalb der Vereinigten Staaten aufhielten. Mit dieser Aktion versuche man, terroristischen Aktionen vorzubeugen.

Der deutsche Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) Peter Schaar zeigt sich in einem Beitrag in seinem offiziellen Blog  beunruhigt. Er erwarte „… von der Bundesregierung, dass sie sich für Aufklärung und für eine Begrenzung der Überwachung einsetze“.

(08.06.2013/fgo)

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