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Google will Nutzerdaten automatisiert löschen

Neben Facebook steht auch Google regelmäßig in der Kritik, wenn es um den Umgang mit Nutzerdaten geht. Das betrifft die Protokollierung von Benutzereingaben und Suchanfragen sowie die Speicherung der Standortinformationen, etwa bei der Verwendung eines Smartphones mit dem Betriebssystem Android. Der Konzern hat in diesem Zusammenhang eine wichtige Neuerung angekündigt.

In den kommenden Wochen will Google für alle Nutzer eine Funktion freischalten, die das Löschen der gespeicherten Nutzerdaten [1] automatisieren wird. Dies kündigt das Unternehmen in einem Blogbeitrag [2] an.

Darin betont das Unternehmen, dass es die gesammelten Daten unter anderem für die Personalisierung der Dienste nutzt und so den Komfort und die Relevanz der Suchergebnisse verbessert.

So würden dem Anwender beispielsweise Restaurants vorgeschlagen, die er aufgrund der bisher besuchten Orte mit hoher Wahrscheinlichkeit mögen wird.

Allerdings haben viele Nutzer den Wunsch an das Unternehmen herangetragen, das Löschen der gespeicherten Informationen zu vereinfachen.

Löschung bereits heute manuell möglich

Im vergangenen Jahr war Google in die Kritik geraten, weil Smartphones mit dem Betriebssystem Android auch dann Standortinformationen [3] gesammelt und übertragen haben sollen, wenn der Nutzer diese Funktion ausgeschaltet hatte.

Der Bereich der Standortinformationen (Verlauf) wird auch als erster von der neuen Funktion abgedeckt. Dabei ist das Löschen des Standortverlaufs bereits heute händisch möglich.

Dazu muss sich der Nutzer bei seinem Google-Konto anmelden, um unter der Verwaltung der Aktivitäten die Daten zu entfernen.

Ist die Datensammlung allerdings aktiviert, und der Nutzer löscht nicht manuell, bleiben die Informationen unbegrenzt bei Google gespeichert.

Feste Lösch-Intervalle für Standort- und Suchverlauf

In Zukunft können die Nutzer das Löschen in festen Zeitintervallen automatisieren. Zur Auswahl sollen voraussichtlich zwei Intervalle zur Verfügung stehen: alle drei oder alle 18 Monate. Vom Anwender definierte freie Zeiträume sind nicht vorgesehen.

Die dritte Option entspricht dem bisherigen Vorgehen des Konzerns. Damit bleiben die Daten so lange gespeichert, bis der Nutzer sie manuell entfernt.

Das automatisierte Löschen muss der Anwender ebenfalls manuell aktivieren. Zumindest ein Besuch der Seite mit den Einstellungen ist also notwendig.

Neben dem Standortverlauf wird als zweiter Bereich auch der Verlauf der besuchten Webseiten und Aktivitäten berücksichtigt. Auch dieses Protokoll wird dann nach den Vorgaben des Anwenders geleert.

Google ist mit der Funktion Facebook [4] einen Schritt voraus. Das soziale Netzwerk hatte bereits im vergangenen Jahr ein Werkzeug zum Löschen von Nutzer-Informationen angekündigt. Dieses befindet sich offenbar noch immer in der Entwicklung.

Stephan Lamprecht