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30. August 2018 - Google

Google überwacht Chrome-Nutzer auch im Inkognito-Modus

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Wenn Nutzer ihre Datenspuren im Browser Chrome von Google verschleiern wollen, aktivieren sie den Inkognito-Modus. Allerdings leitet der Name in die Irre. Denn anonym ist der Anwender damit keinesfalls, wie US-Forscher herausgefunden haben.

Inkognito Modus in Chrome ist unsicher Google ist und bleibt eine Datenkrake - Denn wie jüngst bekannt wurde sind Chrome Nutzer im Inkognito-Modus keinesfalls anonym. (Bild: Le_Mon / iStock / Getty Images Plus)

Anwender des von Google entwickelten Browsers Chrome können einen sogenannten „Inkognito-Modus“ aktivieren.

Der Browser verspricht beim Aktivieren, dass er weder den Browserverlauf, noch Cookies oder Websitedaten lokal speichert.

Allerdings erhält der Anwender einen Hinweis, dass seine Aktivitäten dennoch für einige Personen sichtbar sein werden.

Darunter fallen

  • Der Betreiber der besuchten Webseite,
  • Administratoren und
  • der Zugangsanbieter.

Bei dieser Aufzählung hat Google sich selbst vergessen. Denn wie Forscher herausgefunden haben, kann das Unternehmen auch noch nachträglich die Internetaktivitäten dem Google-Konto eines Nutzers zuordnen.

Chrome übermittelt Identifikationsdaten

Es ist Google durchaus möglich, auch nachträglich die Aktivitäten einem Google-Konto zuzuordnen. Das haben Forscher der Vanderbilt University in Nashville herausgefunden.

Das sei besonders einfach, wenn der Nutzer Webseiten besucht, auf denen Werbeanzeigen von Google zu finden sind.

Denn dazu erhält Google Identifikationsdaten auf Geräteebene und gleicht sie ab.

Das funktioniert auch beim Besuch von Drittanbieterseiten. Besonders leicht hat es der Konzern natürlich dann, wenn der Nutzer zum Haus gehörende Angebote wie Gmail oder Youtube nutzt.

Aber auch die Nutzeraktivitäten auf den Seiten anderer Betreiber sind nachzuverfolgen. Über die ID des vom Trackinganbieters DoubleClick gesetzten Cookies ist es für Google möglich, zu erkennen, was der Anwender getan hat.

Zumindest dann, wenn der Nutzer nach dem Besuch des Drittangebots einen Google-Dienst im gleichen Browser aufruft.

Von einem privaten Modus kann hier also keine Rede sein, wie der Forschungsbericht zeigt.

Google bereits vor kurzem im Datenschutz-Diskurs

Damit ist Google bereits zum zweiten Mal binnen weniger Tage wegen seiner Trackingaktivitäten in den Schlagzeilen.

Bereits zuvor berichteten zahlreiche Medien darüber, dass Smartphones mit Googles Betriebssystem Android die Standortinformationen des Geräts bis zu 340-mal am Tag an das Unternehmen übertragen.

Selbst dann, wenn der Anwender die Funktion auf dem Gerät deaktiviert hat.

Google ist und bleibt eine Datenkrake

Die aktuellen Ergebnisse der Forscher unterstreichen Googles Hunger nach den Daten seiner Nutzer.

Gerade im Unternehmensumfeld sollten Sie deswegen genau abwägen, wie sich Compliance und die Nutzung der Google-Technologien miteinander vereinbaren lassen.

Datenschutzbeauftragte könnten in einer kurzen Rundmail an die Mitarbeiter darauf hinweisen, dass „Inkognito“ nicht Anonymität und Privatheit bedeutet.

Stephan Lamprecht