10. März 2016 - Gefälschte Online-Bewertungen

Google muss Anmeldedaten zu Fake-Postings herausgeben

Ein Gericht in den Niederlanden hat Google dazu verurteilt, die Daten von vier Personen herauszugeben, die bei Google+ falsche Bewertungen unter Fake-Namen veröffentlicht hatten.

Urteil: Google muss Account-Daten herausgeben Urteil in den Niederlanden: Google muss die Informationen zu Nutzern von Fake-Accounts herausgeben (Bild: LIVINUS / iStock / Thinkstock)

Geklagt hatte eine Kinderbetreuungsstätte in Amsterdam. Sie hatte über einen längeren Zeitraum über Google-Postings schlechte Bewertungen erhalten, die unter anderem über Google Maps einsehbar waren. Sie konnte belegen, dass unter anderem unterschiedliche anonyme Kommentarschreiber den gleichen Wortlaut verwendet hatten und dass sie ihre Profilfotos aus anderen Profilen kopiert hatten.

Postings durch Meinungsfreiheit geschützt?

Man forderte Google dazu auf, die falschen Bewertungen zu entfernen sowie Anmeldeinformationen und IP-Adressen der Verfasser der angefochtenen Postings herauszugeben. Google weigerte sich, der Kindertagesstätte die gewünschten Daten zu übermitteln und die Postings zu entfernen, da sie durch das Recht auf Meinungsfreiheit geschützt seien.

Daher zog der Kindergarten vor Gericht, um für sich durch die Feststellung der wahren Identität der Poster die Möglichkeit zu eröffnen, gegen die Verfasser der Postings auf juristischem Weg vorzugehen.

Gericht verurteilt Google dazu, Daten herauszugeben

Der niederländische Richter stellte in seinem Urteil jetzt fest, dass es als nachgewiesen angesehen werden könne, dass die Bewertungen falsch und schädlich für den Kindergarten waren. Zwar hätten die Poster ein Recht auf Privatsphäre. Dieses Recht sei jedoch in diesem Fall niedriger anzusetzen als der Schutz des Rufs der Kindertagesstätte, der aufgrund der falschen Posts beschädigt sei. Daher sei Google aufgefordert, innerhalb von 14 Tagen folgende Daten herauszugeben:

  • IP-Adressen der Computer, über die die Konten von „Bart Vranken“, „Hilde Claas“, „Helen Dijkmeijer“ und „Jennifer Claas“ angelegt und die Postings verfasst wurden
  • alle Informationen (Telefonnummern, Namen, E-Mail-Adressen) zu diesen Konten
  • das genaue Datum und die Uhrzeit, zu denen die Postings online gestellt wurden

Weiterhin habe Google dafür zu sorgen, dass die Beurteilungen von „Jennifer Claes“ entfernt werden und nicht mehr in einem der Dienste von Google erscheinen. Google wurden zudem die Kosten des Verfahrens auferlegt.

fgo

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