8. Mai 2012 - Aufsichtsbehörden

Google Analytics: Bayerisches Landesamt für Datenschutzaufsicht prüft Webseiten

Über 2.000 Websitebetreiber aus Bayern dürften bald Post vom Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) bekommen. Die Aufsichtsbehörde hat zahlreiche Seiten daraufhin überprüft, ob sie Google Analytics datenschutzkonform einsetzen – und wurde nur bei sehr wenigen fündig.

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Nur wenige Websitebetreiber setzen Google Analytics auch wirklich datenschutzkonform ein (Bild: Thinkstock)

Untersucht wurden 13.404 Homepages bayerischer Anbieter. Von diesen Seiten nutzten 2.449 das Tracking-Tool Google Analytics. Doch nur ganze 78, also 3 Prozent, arbeiteten mit der datenschutzkonformen Version von Google Analytics, berichtet das BayLDA.

Wie Google Analytics datenschutzkonform einsetzen?

Im September 2011 hatte sich der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit mit Vertretern von Google auf mehrere Änderungen geeinigt, um den Datenschutz bei dem beliebten und kostenlosen Analysetool zu gewährleisten (Details siehe „Google und Datenschützer einigen sich„).

Auf dieser Grundlage führte das Bayerische Landesamt nun seine Kontrolle durch. Sie zeigt, dass die wenigsten Websitebetreiber die modifizierte Version von Google Analytics im Einsatz haben.

Wie geht es weiter?

„Die Webseitenbetreiber in Bayern, die noch Defizite bei der Umsetzung der datenschutzrechtlichen Vorgaben aufweisen, werden von uns angeschrieben und in einem ersten Schritt aufgefordert, diese zu beheben. Wir sehen dies als Beitrag zur Qualitätssicherung für die Unternehmen einerseits und Sicherstellung des Schutzes des allgemeinen Persönlichkeitsrechts der Nutzer andererseits an“ so Thomas Kranig, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht.

Bußgelder drohen (noch) nicht

Wer also jetzt Post vom Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht bekommt, muss noch kein Bußgeld fürchten. Er sollte aber schnell dafür sorgen, dass Google Analytics zukünftig datenschutzkonform zum Einsatz kommt. Denn wer nach dieser Aufforderung keine nachhaltige Änderung vornimmt, könnte doch noch zur Kasse gebeten werden. Die Aufsichtsbehörde hat für Ende Mai einen zweiten Prüfungslauf angekündigt.

Landesamt bietet Unterstützung an

Wer als bayerisches Unternehmen seinen Internetauftritt freiwillig überprüfen lassen möchte, kann dies unter onlinepruefung@lda.bayern.de tun. Es reicht die Angabe der URL in der Betreffzeile.

RV

 

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