1. März 2012 - Wikileaks

Global Intelligence Files: Privater Geheimdienst geleakt

Wikileaks veröfentlicht mehr als fünf Millionen E-Mails des texanischen „Private Intelligence“-Unternehmens Stratfor. Die E-Mails zeigen Stratfors Netz von Informanten, ihre Bezahlstrukturen sowie Methoden der psychologischen Informationsgewinnung. Die Echtheit der Daten wird aber bisher noch offiziell angezweifelt.

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Wikileaks veröffentlicht Material aus geheimdienstlichen Quellen (Bild: wikileaks)

Die E-Mails der „Global Intelligence Files“ stammen aus dem Zeitraum zwischen Juli 2004 und Ende Dezember 2011.

Sie enthüllen die Methoden einer Firma, die nach außen hin als Verleger von nachrichtendienstlichen Informationen agiert, aber auch vertrauliche nachrichtendienstliche Daten an Großkonzerne wie Bhopal’s Dow Chemical Co., Lockheed Martin, Northrop Grumman, Raytheon und Regierungsstellen wie das US Department of Homeland Security, die US Marine und die US Defence Intelligence Agency (DIA) liefert, teilt Wikileaks auf seiner Webseite mit.

Sowohl Stratfor als auch das US-Justizministerium weigern sich bislang, zum Ursprung der Daten Stellung zu nehmen.

Privater Geheimdienst mit vielen Kontakten

Die E-Mails geben Einblicke in ein Unternehmen mit engen Verbindungen zu US-amerikanischen Regierungsstellen und Mitarbeitern, die früher für die US-Regierung gearbeitet haben.

„Sie belegen die personellen Verstrickungen zwischen nachrichtendienstlichen Unternehmen und den offiziellen Regierungsstellen der USA“, so Wikileaks weiter.

„Die Global Intelligence Files zeigen außerdem, wie es Stratfor gelungen ist, ein weltumspannendes Netz aus Regierungsangestellten, Botschaftspersonal und Journalisten zu rekrutieren, die über Schweizer Bankkonten und Prepaid Kreditkarten bezahlt werden.“

Keine rechtsstaatliche Kontrolle über private Geheimdienste

Trotz der Regierungsnähe arbeiten Stratfor und vergleichbare Firmen in kompletter Geheimhaltung ohne politische Aufsicht oder Rechenschaftspflichten.

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Stratfors Vizepräsident für nachrichtendienstliche Aktivitäten, Fred Burton, war Spezialagent beim diplomatischen Sicherheitsdienst und der stellvertretende Leiter einer Antiterroreinheit.

01.03.2011 (Wikileaks/BM)

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