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2. November 2016 - Artikel-29-Datenschutzgruppe

G29: Offene Briefe an WhatsApp und Yahoo!

Das EU-Beratungsgremium für den Datenschutz hat schriftlich die neuen Datenschutzbestimmungen von WhatsApp kritisiert, die dem Datentransfer von Nutzerdaten zur Konzernmutter Facebook legitimieren sollen. Auch Yahoo! erhielt von den Datenschützern einen Offenen Brief.

G29: Offene Briefe an WhatsApp und Yahoo! Die G29-Datenschutzgruppe der EU hat etliche Fragen an WhatsApp und Yahoo! formuliert (Bild: chargerv8 / iStock / Thinkstock)

Die Artikel-29-Datenschutzgruppe (G29) hat in einem Offenen Brief an den Gründer von WhatsApp und jetzigem Verwaltungsratsmitglied von Facebook Jan Koum die im August 2016 erfolgten Änderungen in den Datenschutzbestimmungen von WhatsApp kritisiert. Diese wurden revidiert, um es WhatsApp möglich zu machen, die privaten Daten seiner Anwender an die anderen Unternehmen der Facebook-Gruppe zwecks Vermarktung weiterzugeben. Das Vorgehen von WhatsApp war auch schon von deutschen Datenschützern kritisiert worden.

Die G29 führt an, dass WhatsApp damit einer öffentlichen Erklärung zuwiderhandle, in der das Unternehmen anlässlich der Übernahme durch Facebook erklärt hatte, keine Daten weiterzugeben. Daher fordern die Datenschützer nun eine Aussetzung des Austauschs bis zur Klärung des Streitfalles. Zudem wird WhatsApp aufgefordert, der G29 alle relevanten Informationen zu dem jetzt beanstandeten Datenaustausch zur Verfügung zu stellen.

Die Gruppe für den Schutz von Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, so der offizielle Name der G29, fungiert als unabhängiges Beratungsgremium der Europäischen Kommission in Fragen des Datenschutzes. Die Stellungnahmen und Beschlüsse der Gruppe sind für EU-Kommissionen und -Parlament nicht bindend.

Auch Yahoo! im Fokus

Marissa Mayer, Vorstandsvorsitzende von Yahoo!, ist ebenfalls Adressatin eines Offenen Briefes der G29. Die Datenschützer zeigen sich über die späte Meldung des Internet-Konzerns irritiert, dass in 2014 sensitive Informationen von rund 500 Millionen Yahoo!-Mitgliedern in die Hände von Hackern gelangt sind. Das Unternehmen hatte diesen Datendiebstahl erst im September 2016 bestätigt.

Yahoo! soll nun darlegen, wie die Benachrichtigung betroffener Nutzer erfolgt sei. Zudem wird das Unternehmen aufgefordert, nationale Datenschutzbehörden bei möglichen Ermittlungen zu unterstützen sowie die rechtliche Grundlage der Zusammenarbeit mit den US-Geheimdiensten zu erläutern.

fgo

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