5. September 2016 - Daten für mehr Service

Fluggastdaten: Mehrheit der Reisenden aufgeschlossen

Für mehr Sicherheit, zusätzliche Serviceangebote oder finanzielle Vergünstigungen wäre die Mehrheit der Fluggäste bereit, Fluglinien und Dienstleistern ihre Passagierdaten zur Verfügung zu stellen.

Daten gegen Service oder Geld: Passagiere würden ihre Fluggastdaten weitergeben Viele Passagiere würden ihre Fluggastdaten bei Dienstleistern gegen mehr Service oder finanzielle Vergünstigungen eintauschen (Bild: Purestock / Thinkstock)

Knapp 1.000 Flugreisende, die innerhalb der letzten 12 Monate eine Flugreise unternommen haben, wurden im Auftrag des Branchenverbandes Bitkom gefragt, ob sie grundsätzlich bereit seien, ihre Fluggastdaten an Dienstleistungsunternehmen zur Auswertung zur Verfügung zu stellen:

  • 72 Prozent der Befragten erklärten sich dazu bereit, wenn die Daten bestmöglich geschützt seien und sie von zusätzlichen Services – etwa eine verkürzte Reisezeit – profitieren könnten.
  • Zwei Drittel (65 Prozent) würden ihre Daten gegen einen Reisekostennachlass freigeben.
  • Lässt sich aufgrund der Passagierdaten die Organisation am Flughafen verbessern, wäre jeder Zweite (52 Prozent) bereit, seine Daten zur Verfügung zu stellen.

Sicherheitsmaßnahmen weitgehend akzeptiert

Am meisten Akzeptanz unter Flugreisenden findet die Speicherung von Fluggastdaten aus Sicherheitsgründen. 78 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihre Passagierdaten zur Verfügung stellen würden, wenn sie damit zur Erhöhung der Sicherheit am Flughafen beitragen könnten.

Einheitliche EU-Regelung zu Fluggastdaten

Was die staatliche Speicherung von Fluggastdaten angeht, gibt es seit Kurzem eine einheitliche EU-Regelung. Sie wurde geschaffen, um Terrorismus und Drogenhandel besser bekämpfen zu können.

Die EU-Länder speichern demnach für eine Dauer von fünf Jahren für Reisende, die in der EU starten oder landen, Daten zu

  • Reiseanbieter,
  • Abflugzeitpunkt,
  • Reiseroute,
  • Platznummer,
  • Kontaktangaben,
  • Gepäck und
  • Zahlungsart.

Sechs Monate nach Erfassung müssen die Daten unkenntlich gemacht werden. Das heißt, Name, Anschrift und Kontaktdaten dürfen nicht mehr sichtbar und nur im Fall von Justizermittlungen vollständig einsehbar sein. Die Mitgliedstaaten haben knapp zwei Jahre Zeit, die Vorschrift in nationales Recht umzusetzen.

fgo

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