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14. Juni 2017 - Cyberkriminalität

Fake News: Das Geschäft mit falschen Nachrichten

Was kostet eine gefälschte Kampagne, die öffentliche Proteste auslösen soll? Oder die Diskreditierung eines Journalisten? Eine Studie zeigt den Umfang des kommerziellen Angebots an Fake News im Internet.

Fake News sind eine Goldgrube für Kriminelle Kampagnen mit Falschmeldungen lassen sich bei professionell arbeitenden Cyberkriminellen bestellen (Bild: Kagenmi / iStock / Thinkstock)

Stattliche 81 Seiten weist der Bericht The Fake News Machine von TrendLabs Research auf, der im Auftrag von Trend Micro erstellt wurde. Der Bericht thematisiert

  • den Umfang des Online-Angebots an Fake News,
  • die Vorgehensweise der ‚Macher‘ sowie
  • die Ziele der Auftraggeber.

Beispiele aus der Praxis

Der Bericht deckt zahlreiche Seiten im Darknet auf, die Fake News als Dienstleistung anbieten. Sie bauen oft auf bewährten Tricks auf, wie Black Hat SEO (missbräuchliche Suchmaschinenoptimierung), Klickbetrug und Bot-Traffic.

Die Seiten, auf denen diese Dienstleistungen angeboten werden, bieten ihren Kunden Anonymität, egal ob es sich dabei um Personen, Organisationen oder staatliche Akteure handelt, die die öffentliche Meinung beeinflussen wollen.

Der Bericht skizziert anhand echter Angebote, wie man zum Beispiel für 200.000 US-Dollar eine Kampagne kaufen kann, die öffentliche Proteste auslösen soll. Die Diskreditierung eines Journalisten lässt sich für 55.000 US-Dollar erwerben. Das Erschaffen einer prominenten Kunstfigur mit 300.000 Followern ist bereits für 2.600 US-Dollar zu haben.

Umfangreiche Dienstleistungen

Fake-News-Angebote enthalten üblicherweise folgende Dienstleistungen:

  • Anlegen gefälschter Profile und Gruppen in sozialen Netzwerken
  • Entwicklung der gefälschten Inhalte („Fake News“)
  • Erzeugung von Likes und Retweets für eine schnelle Verbreitung.

Sogar das Einrichten täuschend echter Nachrichtenseiten gehört zum Repertoire der Kriminellen.

Gegen eine Extragebühr kann der Kunde auch mehrere dubiose „Nachrichtenportale“ kaufen, die gegenseitig auf ihre Beiträge verlinken und ihnen dadurch den Anschein von Authentizität verleihen.

Falschmeldungen ab 13 Euro

Der Bericht geht zudem auf regionale Unterschiede im Angebot für Fake News zwischen China, Russland, dem Nahen und Mittleren Osten und dem englischsprachigen Raum ein.

In China lassen sich zum Beispiel gefälschte Online-Meldungen bereits für 100 Yuan (etwa 13 Euro) erwerben. In Russland kann man ein Youtube-Video für 35.000 Rubel (etwa 545 Euro) zwei Minuten lang auf der YouTube-Startseite platzieren.

Weiterhin beschreibt die Studie die Verbreitung von Fake News in sozialen Medien, zum Beispiel das bewusste Teilen gefälschter Bilder von Opfern von Terroranschlägen.

fgo

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