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8. Februar 2018 - DSGVO

Unternehmen mangelt es an Fachkräften für Datenschutz

Die Umsetzung der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) bringt für viele Unternehmen einen hohen Aufwand mit sich. Allerdings fehlt es an Fachkräften, die sich mit dem Thema auskennen.

Personal für die Umsetzung der DSGVO fehlt Die Umsetzung der DSGVO bedeutet einen großen Aufwand. Es fehlt jedoch an geeigneten Spezialisten. (Bild: Michael Blann / DigitalVision / Thinkstock)

Die DSGVO fordert von allen Verantwortlichen unter anderem eine ausführliche Dokumentation der erhobenen und verarbeiteten personenbezogenen Daten von betroffenen Personen.

Allein schon dieser große Aufgabenblock erfordert viel Aufwand bei der Zusammenstellung der Informationen und Recherche innerhalb der eigenen Organisation. Ganz zu schweigen von den anderen anstehenden Herausforderungen.

Weniger als eine Vollzeitstelle für Datenschutz geplant

Wie eine Umfrage des Branchenverbands Bitkom ermittelt hat, fehlt es in den Firmen an qualifiziertem Personal, um diese Aufgaben zu lösen.

Lediglich 14 Prozent der befragten Unternehmen planen, mehr als eine Vollzeitstelle vorzuhalten, die sich hauptsächlich mit dem Datenschutz beschäftigt. Die große Mehrheit (56 Prozent) plant mit weniger als einer Vollzeitstelle.

Für die repräsentative Umfrage befragte Bitkom 507 für den Datenschutz verantwortliche Personen von Unternehmen aller Branchen. Die Teilnehmer waren

aus Unternehmen ab 20 Mitarbeitern in Deutschland.

Personalmangel – der Flaschenhals bei der Umsetzung

Ob Unternehmen mit dieser knappen Ressourcenlage die Herausforderungen durch die DSGVO bewältigen können, muss die Zeit erweisen.

Denn viele Unternehmen müssen auch Prozesse für die Produktentwicklung umstellen, damit sie den Grundsatz des „Privacy by Design“ erfüllen. Also die Maßgabe, bereits beim Entwickeln eines neuen Produkts den Datenschutz zu berücksichtigen. Davon sind nicht nur Firmen aus der Digitalwirtschaft betroffen.

Vor dem Hintergrund der angespannten Ressourcenlage hat der Branchenverband erneut seine Kritik an der geplanten ePrivacy-Verordnung wiederholt.

Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsführung, fordert, dass die Verordnung für den Datenschutz in der elektronischen Kommunikation nicht über die Vorschriften der DSGVO hinausgehen dürfe.

Stephan Lamprecht