6. Juni 2012 - Datenschutz und soziale Netzwerke

Facebook lässt über Datenverwendungsrichtlinien abstimmen

Facebook-Mitgliedern soll die Möglichkeit gegeben werden, noch vor dem Inkrafttreten der in den letzten Wochen veränderten Nutzungsbedingungen bei den Formulierungen mitzubestimmen. Doch die Vorgehensweise des Social-Media-Riesen erweckt Kritik.

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Facebook steht wieder in der Kritik von Datenschützern (Quelle: Facebook)

Kommentare von Nutzerinnen und Nutzern haben dazu geführt, dass über Facebooks geplante Überarbeitungen seiner Erklärung der Rechte und Pflichten sowie der Datenverwendungsrichtlinien abgestimmt werden soll.

Vom 1. bis einschließlich 8. Juni 2012 können Nutzer zwischen der neuen und der alten Version des Regelwerks entscheiden.

Doch die Art und Weise, wie diese Abstimmung umgesetzt wurde, weckt Zweifel, ob es dem sozialen Netzwerk wirklich Ernst mit der Beteiligung seiner Mitglieder ist.

Nicht alle Facebook-Anwender wurden einbezogen

Über die Abstimmung, in der als Alternative zur Etablierung der neuen Bedingungen die Beibehaltung der alten angeboten wird, wurden lediglich die Anwender informiert, die „Fan“ der Seite „Facebook Site Governance“ sind – derzeit etwa 2,1 Millionen der angenommenen rund 900 Millionen Facebook-Nutzer.

Weitere Hinweise auf die Wahl, deren Ergebnis nur berücksichtigt wird, wenn sich bis 8. Juni mindestens 30 Prozent aller Facebook-User beteiligen, wurden versäumt.

Kritik vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD)

„Ehrlich wäre es gewesen, sich mit den Forderungen der Nutzerinnen und Nutzer ernsthaft auseinanderzusetzen und echte Alternativen – natürlich auf Basis einer rechtskonformen Lösung – zur Wahl zu stellen“, so Dr. Thilo Weichert, Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein.

„So ist die Abstimmung reine Augenwischerei. Das ganze Verfahren zeigt, dass Facebook keine wirkliche Mitbestimmung der Mitglieder möchte. Facebook stößt die vielen Tausend Nutzerinnen und Nutzer, die sich an der Diskussion um die Regelungen beteiligt haben, vor den Kopf.“

Beide Varianten nicht datenschutzkonform

Zudem, so Weichert weiter, enthielten beide Alternativen rechtswidrige Klauseln, so dass guten Gewissens beide nicht wählbar seien.

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(06.06.2012/fgo)

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