5. September 2011 - Facebook

Facebook kritisiert modifizierten „Like“-Button

Eine datenschutzfreundliche Version des „Like“-Buttons auf heise online wird von Facebook scharf kritisiert. Es bestehe die Gefahr der Verwechslung, heißt es von Seiten des Social-Network-Betreibers.

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Soziale Netze wollen auch über andere etwas wissen (Foto: iStockphoto )

Seit vergangenen Donnerstag kann man heise-online-Artikel bei Facebook, Twitter oder Google+ seinen Online-„Freunden“ empfehlen. Der Button ist so angelegt, dass die Daten der Leser nicht ohne deren Zustimmung an die Betreiber der Netzwerk-Plattformen gesendet werden. Facebook hat sich daraufhin wegen unrechtmäßiger Nutzung seiner Marke beschwert.

Verstoß gegen die Nutzungsbestimmungen

„Die Art und Weise wie Heise.de den Like Button eingebaut haben, verstößt gegen unsere Platform Policies“ erklärte Tina Kulow von Facebook gegenüber heise online. „In Absatz I.8 wird untersagt Funktionen von Facebook nachzuahmen. Dies haben Sie mit der Abbildung des Empfehlen Buttons aber getan“ erläutert der bei Facebook für Social Plugins zuständige Andreas van de Castel die Vorwürfe des Unternehmens.

Facebook droht mit Sperrung

Sollte heise online der Aufforderung, den angeblichen Missbrauch abzustellen, nicht nachkommen, hätte dies eine Sperrung der 2-Click-Lösung zur Folge und könnte bei „wiederholter, nicht policy-konformer Einbindung zu einem Blacklisting der Domain auf Facebook führen“. Damit könnten Inhalte von heise online nicht mehr auf Facebook empfohlen werden, so van de Castel. Facebook hat gleichzeitig auch die Webseite des Radiosenders SWR3 aufgefordert, ihre datenschutzfreundliche 2-Klick-Lösung zu entfernen.

„Gefällt mir“ verrät schon beim Aufruf alles

Die Web-Seite bindet für den Like-Button einen iFrame ein, dessen Quelltext von Facebook selber stammt. Ruft man eine Seite auf, bettet diese sofort den Facebook-Frame ein, noch bevor der Anwender auf „Gefällt mir“ geklickt hat. Dabei sendet der Browser an Facebook die URL der gerade geöffneten Seite und ein früher gesetztes Cookie. Ist der Anwender gerade bei Facebook angemeldet, bekommt Facebook seine Sitzungs-ID. Damit kann es diesen Aufruf der Webseite einer konkreten Person zu ordnen.

Der „Like“-Button war im vergangenen Monat in die Kritik geraten, weil das Unabhängige Landesamt für Datenschutz in Schleswig-Holstein (ULD) alle Stellen in Schleswig-Holstein auffordert, ihre Social-Plugins wie den „Gefällt-mir“-Button auf ihren Webseiten zu entfernen, da er gegen geltenden Datenschutzregeln massiv verstoßen würde. Erfolgt die Entfernung nicht bis Ende September 2011, werde das ULD Bußgelder verhängen.

Heise/BM

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