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12. September 2019 - Facebook

Facebook bereitet Nutzer auf geänderten GPS-Zugriff vor

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Google und Apple bereiten jeweils den Start neuer Versionen ihrer Betriebssysteme vor. Darin werden Zugriffsrechte unter dem Aspekt des Datenschutzes neu geregelt. Das scheint Facebook zu beunruhigen.

Facebook bereitet Nutzer auf geänderten GPS-Zugriff vor Google und Apple gestalten den Zugriff auf GPS-Daten transparenter. Für Facebook ist das Grund genug für eine Pressemitteilung. (Bild: GettyImagesPlus / iStock / nito100)

Für die Werbekunden von Facebook sind die Informationen darüber, wo sich die Nutzer aufhalten, wichtig. Dank dieser Daten können Anbieter ortsbezogene Anzeigen einspielen. Die benötigten Informationen sammelt Facebook über die Ermittlung des Standorts per GPS.

Jetzt steht ein Update der Betriebssysteme von Google und Apple an. Dabei werden die Entwickler den Zugriff auf diese Daten deutlich transparenter gestalten als bisher.

Mehr Datenschutz bei iOS

Mit dem Start von iOS 13 ändert Apple die Abfrage für die Zustimmung zur Standortübermittlung an Apps.

Der GPS-Zugriff wird auf einer Karte präsentiert. Regelmäßig soll über eine Erinnerungsfunktion die Zustimmung erneut eingeholt werden.

Wünscht die App eines Drittanbieters wie Facebook GPS-Zugriff, bietet iOS drei Optionen. Zur Auswahl steht die Möglichkeit,

  • den Zugriff generell abzulehnen,
  • nur während der Nutzung der App (also während sich diese im Vordergrund befindet) zu gestatten
  • oder einmalig den Zugriff zu erteilen.

Entscheidet sich der Anwender für die zweite Option, erfolgt eine weitere Abfrage, sobald die App den Zugriff ein weiteres Mal anfordert.

Wenn der Nutzer auch diesen bestätigt, gilt die Entscheidung permanent. Dieser zweistufige Prozess löst die bisher genutzte Option „Immer“ ab.

Im Rahmen der neu eingeführten Erinnerungen wird die Abfrage dann nach einigen Monaten erneut abgefragt.

 

Das ändert sich bei Android

Ganz so umfassend sind die Datenschutzeinstellungen unter der neuen Version von Android nicht. Allerdings setzt Google gegenüber dem Vorgänger auch auf eine zusätzliche Option.

Der Nutzer kann beim Zugriff auf die GPS-Optionen nunmehr zwischen drei Einstellungen entscheiden. Zur Auswahl stehen: „Nie“, „Immer“ und zur Laufzeit der App.

Beide Unternehmen argumentieren damit, dass der Nutzer eine bewusstere Entscheidung darüber fällen soll, mit wem er seine Daten teilt.

Facebook informiert die Nutzer über die Updates

Insgesamt scheinen Facebook die Informationen durch das Betriebssystem zu umfassend zu sein. So geht das Unternehmen in einem eigenen Blogbeitrag auf die Thematik ein.

In dem Artikel fasst der Konzern die Optionen von Android und iOS noch einmal zusammen und betont, dass er die Einstellungen der Nutzer respektieren werde.

Hier bleibt dem Unternehmen allerdings auch keine andere Wahl. Denn zumindest im Falle Apple wäre bei einem Verstoß damit zu rechnen, dass die App aus dem App-Store entfernt wird.

Versteckte Informationen von Facebook

Viel wichtiger ist allerdings eine Information, die eher zwischen den Zeilen zu finden ist. Denn in einem Nebensatz beschreibt Facebook, dass Informationen über den Standort auch auf anderen Wegen ermittelt werden.

So geschieht das zum Beispiel durch die Auswertung von „Check-Ins“, der Teilnahme an Veranstaltungen und Informationen über die Internetverbindung des Smartphones.

Stephan Lamprecht