2. Mai 2016 - Soziale Netzwerke

Facebook: mehr Auskunftsersuchen deutscher Behörden

Die Zahl von Anfragen deutscher Regierungsstellen zur Offenlegung der Nutzerdaten von Facebook-Mitgliedern hat sich im zweiten Halbjahr 2015 gegenüber den ersten sechs Monaten des Jahres um rund ein Drittel erhöht.

Facebook: Behördenanfragen steigen bei fast allen Ländern Immer häufiger fragen Behörden bei Facebook an, um Nutzerdaten zu erhalten (Bild: rvlsoft / iStock / Thinkstock)

Facebook weist in seiner Übersicht zu Datenanfragen von Deutschland für den Zeitraum Juli bis Dezember 2015 eine Zahl von 3.140 Auskunftsersuchen aus, die 3.628 Nutzerkonten betrafen. In 42,26 Prozent dieser Fälle hat Facebook den anfragenden Behörden Daten wie Name und Nutzungsdauer zur Verfügung gestellt. Zudem hat Facebook den Zugriff auf insgesamt 366 Inhalte aus Gründen des Jugendschutzes, der Volksverhetzung oder der Leugnung des Holocausts eingeschränkt.

Damit stellten deutsche Behörden in der zweiten Jahreshälfte 2015 deutlich mehr Anfragen als noch im Zeitraum Januar bis Juni 2015, in dem sich die Anzahl auf 2.344 Anfragen belief, die 2.716 Nutzerkonten betrafen. Auch der Anteil an Auskunftsersuchen, die positiv entschieden wurden, lag mit 35,66 Prozent im ersten Halbjahr 2015 deutlich niedriger.

Auch international steigt die Zahl der Anfragen

Weltweit verzeichnete Facebook in der zweiten Jahreshälfte 2015 mehr als 46.000 Anfragen von Regierungsstellen. Einsamer Spitzenreiter sind dabei die Behörden der USA, die es in diesem Zeitraum auf 19.235 Anfragen zu 30.041 Accounts brachten. 81,41 Prozent dieser Auskunftsersuchen wurden positiv beschieden.

Mehr Anfragen als aus Deutschland kamen unter anderem aus Indien (5.561 für 7.018 Nutzerkonten) und Großbritannien (4.190 für 5.478 Nutzerkonten).

Aus der Türkei sind 443 Anfragen für 503 Konten verzeichnet. Deutlich höher lag hier der Anteil an Inhaltseinschränkungen als Reaktion auf rechtliche Aufforderungen durch Gerichte und Behörden. Ingesamt wurden so im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres 2.078 Mal Inhalte für den Zugriff aus der Türkei gesperrt, wofür laut Facebook vor allem Straftaten wie Verletzungen des Persönlichkeitsrechts sowie der Schutz der Privatsphäre einzelner Personen verantwortlich waren.

Kaum Anfragen aus Russland

Auffällig ist zudem, dass aus Russland, das auch nicht unbedingt für einen liberalen Umgang mit freien Meinungsäußerungen bekannt ist, lediglich vier Anfragen erfolgten, die allesamt abschlägig beschieden wurden. Behörden aus Saudi-Arabien verzichteten gänzlich auf Anfragen.

fgo

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