30. Mai 2011 - Flughafenkontrollen

EU-Abgeordnete formulieren Bedingungen für den Einsatz von Körperscannern

Röntgenscanner werden verboten, auf Flughäfen eingesetzte Scanner dürfen den Körper nur schematisch zeigen und keine Bilder speichern.

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Nacktscanner für Sicherheitschecks an Flughäfen sind umstritten. (Foto: R. Sturm/pixelio.de)

Die Einführung von Ganzkörperscannern für Sicherheitschecks an Flughäfen ist umstritten. Die Scanner verletzen die Privatsphäre und Menschenwürde von Passagieren. Die EU-Kommission will dem Parlament und dem Rat im Sommer deshalb neue Regelungen vorschlagen. EU-Abgeordnete im Verkehrsausschuss haben dem Einsatz von Ganzkörperscanner nun zugestimmt, drängen aber auf den besseren Schutz von Privatsphäre und Gesundheit der Passagiere.

Bilder dürfen nicht gespeichert werden

Die EU-Abgeordneten einigten sich jetzt auf eine gemeinsame Position basierend auf dem Bericht des spanischen Abgeordneten Luis de Grandes Pascual von der Europäischen Volkspartei.

Der Verkehrsausschuss nahm den Bericht mit großer Mehrheit an. Das Plenum wird voraussichtlich am 23. Juni über ihn abstimmen. Die EU-Abgeordneten fordern daher folgende Bedingungen für die Nutzung der Scanner:

  • Passagiere sollen entscheiden dürfen, ob sie sich scannen oder sich durchsuchen lassen.
  • Menschenwürde, Privatsphäre und persönliche Daten der Passagiere müssen geschützt werden.
  • Die Scanner dürfen keine Gesundheitsrisiken für die Passagiere bergen.
  • Scanner mit Röntgenstrahlung sollen verboten werden.
  • Die Geräte sollen keine detaillierten Bilder der Passagiere produzieren und speichern, sondern nur Piktogramme.
  • Die Bilder dürfen nicht gespeichert werden

Röntgenstrahlen und Millimeterwellen

Es gibt verschiedene technische Ausführungen: Manche Geräte arbeiten mit Röntgenstrahlen, andere mit Terahertzstrahlung, auch Millimeterwellen genannt.

Bei den in Zukunft verbotenen Röntgenscannern handelt es sich um Geräte, die mit relativ niedrig dosierten Röntgenstrahlen arbeiten. Wie sich diese zwar schwache, aber auf die Hautoberfläche gerichtete ionisierte Strahlung auf die Dauer auswirkt, ist nicht erforscht. Sicher ist aber, dass für Vielflieger und für das Bedienungspersonal ein zusätzliches Gesundheitsrisiko entsteht.

Mehr zum Thema: Körperscanner

Millimeterwellen sind in puncto Abstrahlung noch deutlich niedriger dosiert als Röntgenstrahlen. Bis jetzt konnte für einzelne, bereits erforschte Frequenzbereiche keine negative Auswirkung auf menschliches Gewebe festgestellt werden.

 

 

30.05.2011 (Europarl./BM)

 

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